„Das sieht man,“ sagte sein Bruder.
„Ich muß jetzt heim, es wird dunkel.“
Damit stand Lore auf, und Gertrud tat ihren Arm um sie, wie sie pflegte, wenn sie ihr das Geleite gab bis zu dem Brunnen vor der Haustür.
„Jetzt, wenn ich komme gehst du?“ Franz tat ein wenig beleidigt.
„Hättest halt früher kommen sollen.“
Lore konnte nicht wenig schnippisch sein, wann sie wollte, und wann sie mit Franz redete, wollte sie das zuweilen.
Dafür hatten die beiden andern kein Verständnis.
Aber Franz lachte nur.
„Racker,“ sagte er. „Früher kommen, das kannst du leicht sagen. Und überhaupt, weiß ich, daß du da bist?“
Er hatte es wohl gewußt, aber das brauchte er ja nicht zu gestehen. „Es ist einerlei. Wenn du doch gehst, ich muß auch in die Kirchgasse, ich — ich muß den Schneider Butz etwas fragen; er hat meine Sonntagshosen. Da können wir ja miteinander gehen. Dann komm.“ „Erst muß sie noch der Großmutter adieu sagen.“ Da führte Gertrud das Mädchen ins Haus, und umschlang sie im dunkeln Hausflur und küßte sie. „Ach Lore, jetzt gehst du. Schreib’ auch, hörst du’s?“