„Ja, also, Bub,“ sagte endlich der Vater in die entstandene Pause hinein, „jetzt könntest einem einmal eine Antwort geben, wieso du grad Pfarrer werden willst.“

„Ha, was soll ich denn sonst? Ich muß doch etwas werden. Präzeptor werd’ ich nicht. Was soll ich dann?“

Da wußten sie alle drei keine Antwort.

Ja, dann konnte er ja freilich ebensogut Pfarrer werden, wie etwas anderes. Sie fühlten wohl alle etwas von der Wichtigkeit des Entschlusses, und daß es ihnen frei stand, ob sie einen Doktor oder einen Amtmann, oder sonst etwas Bedeutendes unter ihrem Dach hervorgehen lassen wollten.

„Ja, Bub, dann kann man ja nichts machen, wenn du das partout willst. Dann werd’ das eben. Dann ist das ja in der Ordnung. Dann kannst du ja nachher hingehen und sagen, daß du das werden willst und daß ich das zahle.“

Nun hatte er noch das Gefühl, daß er irgend eine väterliche Ermahnung hinzufügen müsse und fuhr sich ein paarmal durch das Haar und sagte: „Aber das sag’ ich dir, Bub: sparsam mußt du sein und fleißig. Und eine Klag’ will ich nicht hören. Und brav sein. Zu dummen Streichen geb’ ich kein Geld her. Und einzubilden brauchst dir auch nichts. Wir sind auch noch Leut hier, nicht bloß ihr.“

Er rechnete ihn wohl schon zu den Angestellten? Zu den hoch Gebildeten? Die beiden andern kopfnickten lebhafte Zustimmung. Nein, einzubilden brauchte er sich nichts.

Dann stand der Vater auf und zog seinen Ausgangsrock an. Er hatte noch mit dem Müller Hensler zu reden.

„Siehst du,“ sagte Jungfer Liese erbaut und gerührt. „Siehst du, da geht er hin über den Markt. Und einen besseren Vater kriegst du deiner Lebtag nicht mehr.“

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