Da sah Georg plötzlich auf ihn. Gerade durch einen Ausschnitt in dem Buschwerk, das da am Grabenrand stand. Gerade in die ruhigen, dunkeln Augen des Wiblinger Magisterbilds hinein, das da in einem Rahmen von grünen Zweigen auftauchte. Das Bild war aber lebendig und nickte ihm zu.
Da wurde er dunkelrot. Ob der Lehrer wohl alles gehört hatte?
„Grüß Gott, Ehrensperger. Auch da oben?“
„Grüß Gott, Herr Professor. Ja.“
„Wir könnten aber miteinander gehen, wenn wir doch denselben Weg haben. Wohin gehen Sie, Ehrensperger?“
„Ich? O, nirgends.“ Es fiel ihm absolut keine andere Antwort ein. In seinen Phantasien, da wußte er immer bedeutende Dinge zu sagen. Aber dies war Wirklichkeit.
„Nirgends? Dahin geh’ ich auch. Da gehen wir zusammen. Nur so durch den Wald.“
Da kam der Lehrer auf den Fußsteig herein, weil Georg nicht zu ihm herauskam. Und dann schritten sie selbzweit dahin.
Innen jubilierte die heimliche Liebe. Außen ging ein sehr gesetzter junger Mann neben seinem Lehrer her. Wer nun zuerst etwas sagte? Und was? Die allergrößten Gedanken schwirrten durch den Kopf des Beglückten.
Da trug er die innere Bewegung nicht mehr und um sich Luft zu machen, riß er einen stattlichen, hellgrünen Zweig von einem Haselbusch und schlug sich damit aufs Knie, daß die Blätter flogen.