Der Daniel hatte einen kurzgeschorenen Bubenkopf, wie alle Hirzenbacher Buben einen Kopf haben, möchte man sagen, wenn nicht darauf der Vater sofort sagen würde, daß er den von seinem Buben unter hunderttausend herauskennen würde. So eine lustige und trotzige Stumpfnase habe nicht bald wieder einer und so ein paar Augen im Kopf, ehrlich und treu, wie ein Haushund, und dann eine breite und feste Stirn mit einem ganzen Sternenhimmel von Sommersprossen, »Roßmucken« heißt man sie in Hirzenbach.
»Ja Daniel, ja Büble, da bist?« sagte der Vater und hatte einen Ton in der Stimme, wie man ihn bloß an hohen Festtagen im Leben hat, so ganz von unten herauf.
Der Daniel nickte bloß. Er dachte geschwind streifweise an seinen Ranzen drunten im Schulhof. Aber er warf ihn weit hinter sich und guckte den Vater an, »ehrlich und treu, wie ein Haushund.«
»Bist auch brav gewesen?« fragte der Vater, immer noch in dem Festtagston. Da mußte ihm der Daniel doch die Freude machen, mit einem herzhaften Ja zu antworten. Wenn man grad vom Feld heimkommt. Hoffentlich fragte er auch nicht ins einzelne.
»Soll ich derweil anfangen mit Gras verstreuen?«
Es war vielleicht doch sicherer, das Gespräch ein bißchen zu unterbrechen.
Der Vater staunte über den Eifer des sechsjährigen Buben.
»Pressiert nicht so arg,« sagte er. »Bleib’ nur noch ein bißle bei mir. Kannst dein Sach’ in der Schul’?«
»Mhm.« Das kam ein bißchen gedrückt heraus.
Da dachte der Vater, es pressiere auch nicht mit der Lernfrage, die könne man später besprechen. So ein kleines Büble habe es noch nicht so wichtig damit.