Die Schuhmacherin rückte ein bißchen unruhig hin und her.

So arg es ist, es muß gestanden sein, daß sie dachte, jetzt könnten die Männer auch einmal genug im Quartier gelegen sein, sie müßten doch auch wissen, zu was sie im Krieg seien.

Aber sie schluckte jegliche Bemerkung hinunter, es war ihr selber ein Kreuz, daß sie so dachte.

Es kam auch gleich anders.

»Wir haben zusammengelegt zu einem kleinen Tauffest,« erzählte der Mann weiter. »Ich hab’ gesagt, das gelte für mein Büble daheim, das ich noch nicht gesehen hab’. Da, wie wir grad gemütlich dasitzen und auf alles Mögliche daheim anstoßen, bläst draußen ein Hornist zum Sammeln und wir müssen auf und fort.

Behüt’ uns Gott, der Krieg ist etwas arges, man mag sagen, was man will.

So haben wir in der Kürze Abschied genommen. Feind ist Feind, aber Mensch ist Mensch. Es wird keine Sünd’ sein, daß ich das sag’.

Der Pierre und eine ganze Horde anderer Buben sind mit uns marschiert bis an den Wald und haben überlaut die Wacht am Rhein gesungen. Die haben wir sie gelehrt. Kann sein, ’s ist ihren Vätern nicht recht. In selbiger Nacht sind wir noch ins Gefecht gekommen.«

Der Vater brach den Faden ab und sah vor sich hin.

Die Mutter kam sich schier gar schuldig vor, so, als habe sie den Befehl zum Abmarsch erteilt.