Und seit der Schragenbauer das alles weiß, guckt er bloß noch heimzu.« Soweit der Schübel-Max.
Die andern sind still. Vielleicht haben sie’s wie der Schragenbauer.
Die Schwester hat vor einer kleinen Weile, eh’ sie hinausging, sachte das Fenster aufgemacht. Jetzt sehen sie auf einmal, daß draußen schon die Sterne am Himmel stehen.
»Die scheinen auch über die Schlachtfelder, und auch über die Heimat.«
Die Heimat ist behütet und liegt im Frieden. Ganz deutlich sehen sie sie vor sich. Stille Dorfgassen, Mütter, die Kinder ins Bett legen, einen plätschernden Röhrenbrunnen, einen mächtigen Nußbaum an einer alten Scheuer, Kühe im Stall, eine Schreibstube, einen gedeckten Tisch, an dem eine blonde Frau sitzt, einen Zaun, an dem ein Mädchen mit hängenden Zöpfen steht. Die behütete Heimat, das ist der Preis für alles, für Mühe und Schweiß, für eisige Nächte im Freien, und tobendes, höllisches Feuer im Gefecht, für brennende Wunden und versehrte Manneskraft.
»Grüßet die daheim, ihr Sterne, grüßet die draußen. Einmal, einmal muß doch wieder Friede sein.«
Das sagt keiner. Solche Sachen sagen sie nicht. Wenigstens nicht mit solchen Worten. Aber wer sie kennt, versteht sie doch.
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»Mein Tyras ist auch so ein Kerle.«
Kein Mensch fragt, was für ein Kerle der Tyras des Landsturmmannes Möschenmoser aus Denglingen im badischen Oberland sei. Es wird schon kommen, wenn man’s abwartet. Der Möschenmoser macht nicht leicht den Mund auf. Es muß schon dunkel sein und es müssen die Sterne scheinen und es muß von Tieren die Rede sein.