Im Frieden ist er nämlich Schäfer.

Wenn er etwas sagt, dann kommt es wie aus einem langen Gedankengang heraus. Es wird wohl auch so sein.

Er ist noch nicht lang im Krieg gewesen. Zwei Brüder sind ihm schon gefallen, einer in Rußland und einer in den Vogesen. Er ist der Letzte. Im Februar ist er ausgerückt und im März verwundet.

Als ihn niemand frägt, hält er’s für ein Zeichen, daß er fortfahren soll.

»Also es gibt nämlich Sachen, die kann kein Mensch erklären. Zum Beispiel, wieso es kommt, daß ein Tier etwas von weitem spürt und ein Mensch nicht. Und der Mensch soll doch das Höchste sein in der Schöpfung. Aber er hat zuviel gelernt, das ist der Fehler, er ist zu gescheit geworden. Er ist von der Natur entwöhnt.

Darum ist ihm der feine Merks verloren gegangen.

Ein Tier hingegen ist ganz Natur und hat gute Augen und Ohren und eine scharfe Witterung.

Und ist auch treu und unveränderlich, weil es nicht so vielerlei bedenkt und will, sondern bloß seinen einen Herrn und was dem recht und lieb ist. Zum Beispiel mein Tyras – jetzt gehört er mir, vorher hat er meinem Kleinen gehört – der hat, seit er von der Mutter weg ist, seiner Lebtag nicht anders geguckt, als mein Kleiner gewollt hat.«

Soviel wußten alle im Saal von den Familienverhältnissen des Möschenmosers, daß sein Kleiner der jüngste Bruder war, der in Rußland gefallene. Möschenmoser hatte ihn aufgezogen, auch »von der Mutter weg« und hatte ihm »sein Herz geschenkt.«

»Also, mein Kleiner ist doch auch Schäfer gewesen und hat immer mit dem Tyras gehütet, seit der erzogen war.