Sie ist immer da hinten, wo es still ist und sauber und geborgen.
Sie sieht bloß die Wunden, aber wie man sie empfing, – nein, es ist besser, man ist still.
Düring, der Freund, saß und sah vor sich hin. Er sah in das alles hinein. Er wußte, das mußte alles so sein. Es wurde etwas ganz still in ihm. Es sank etwas ganz tief hinunter, das war sein Eigenes, seine Jugend, das, was man sich so ausgedacht hatte für die Zukunft. Der Freund war da immer mit dabei gewesen. Der war nun tot. Und er hatte zu dem andern gesagt: Nein, laß mich dahin, wo es gilt. Das mußte so sein, er spürte es deutlich.
Es war eine neue Art von Dasein jetzt, das Vorige lag irgendwo weit dahinten, da, wo man noch gesagt hatte: Dies freut mich und jenes will ich oder will ich nicht. Man gehörte einem Ganzen an, nicht sich selbst, das legte Beschlag auf einen, nicht nur äußerlich, nein, bis tief innen hinein, und schuf Richtlinien in einem …
»Das ist doch nichts Besonderes,« sagte er auf einmal laut und wußte kaum, daß er es tat.
»Das macht man so, das ist doch deutsch-natürlich.«
Eigentlich wußten sie, was er meinte. Aber sie fragten doch: »Was ist denn? was sagst du?«
»Ach, daß wir Jungen vorgehen und – wir sind doch jung und ledig – und auf uns kommt’s doch weniger an, als auf die Familienväter. Das macht man so. Das ist so.«
Da nickten die andern und sagten nichts dazu.
Die Schwester aber entwischte mit guter Manier aus dem Saal.