»Wir sind noch so jung, Maria. Alles Schöne wartet noch auf aus. Und auch wir warten noch auf alles Schöne.«

Das ging ihm als Unterton immer durchs Herz.

»Wie ging es weiter?« fragte die Schwester, die »das Übrige« nur von dem Augenblick an wußte, da sich der leere Saal gefüllt hatte, und da der blonde Junge hier in dem Bett, das jetzt frei stand, lag.

Der Erzähler zauderte. Die »Neuen« sprechen frisch Erlebtes, das Graus und Schrecken trug, nicht gern wieder durch. Es muß zuerst geschweigen und verzittern, dann vielleicht.

»Er war am weitesten voran,« sagte er nach einer Weile.

»Er schlüpfte, schmal und rank, durch alles Buschwerk, schnitt Wege ab und vermied Lichtungen, legte sich in einer engen, trockenen Wasserrinne der Länge nach auf den Rücken und spähte nach links und rechts alle Wipfel ab. Da ging auf einmal ein Geknatter los, richtig von den Bäumen herunter. Ich sag’s ja, man sieht sie nicht, sie hangen da oben wie die Eichhörnchen, die. Der ganze Wald war voll von ihnen.

Der Junge hatte auch gleich sein Teil.

Na, wir haben ihn ja herausgekriegt. Ein paar von denen haben wir heruntergeschossen; ein paar von uns sind auch geblieben. Unsere Meldung haben wir noch erstattet. Beim Säubern nachher,« er wies mit dem Kopf nach den andern Betten hin – »waren die dort dabei.«

Die letzten Sätze kamen immer karger heraus; man spürte, er hätte am liebsten mittendrin aufgehört.

Was weiß so eine Schwester? Sie ist nie dazwischen gewesen, sonst wüßte sie, daß man über alles eine Zeitlang schweigen muß, sonst steht es wieder auf und fängt an, zu toben.