»Das muß ich noch sagen. Da war noch eine Nachbarin, das war die Badefrau, sie versorgte die Seebadeanstalt.
Die hatte, scheint mir, etwas wie Mutterliebe für mich. Ich war fast immer bei ihr. Ich hatte schreckliches Heimweh nach ihr, als ich vom See fortkam.
Damals war ich sieben Jahre alt.«
»Nun müssen Sie still sein,« sagte die Schwester.
»Sonst wird’s zuviel. Und ich muß auch ins Haus. Sie wissen wohl, da sind noch andere, die auf mich warten. Ich komme bald wieder.«
Er sah ihr nach, wie sie über die Waldwiese ging. Es war so etwas Beruhigendes in ihrem Anblick, sogar von hinten noch, so etwas ganz und gar Zuverlässiges, Festes, Tüchtiges. Es war, als könne sie sogar den Tod abhalten.
Der war ihm nahe gewesen, das wußte er. Es war behaglich, jetzt so dazuliegen in linder Schwäche; bald, dachte er, würde auch diese sich heben. Dann kam das Leben wohl wieder dran.
Als die Schwester im Haus verschwunden war, ging sie stehenden Fußes zum Doktor.
»Er hat niemanden, den er kommen lassen kann,« sagte sie. »Er steht so ziemlich allein.«
»Ja, dann müssen wir ihm eben allein das Letzte tun,« sagte der Doktor.