Im Grunde meinte er es mit allen Menschen gut, er konnte es nur nicht immer so von sich geben.
Indem kam eine Frau herein, von der niemand hätte denken sollen, daß sie Ellens Mutter sei. Sie war es aber dennoch und sie kam sofort auf Ellen zu, da entstand eine kleine Morgenbegrüßung, die aber schnell erledigt war.
»Hoffentlich hast du den Herrn nicht gestört!«
Nein, das habe sie nicht, gar nicht, und der Herr heiße Holder und er sehe doch ein bißchen aus wie der Papa, nicht?
Diese Erwähnung war ihr nicht so besonders angenehm, das konnte man gleich sehen, indessen faßte sie sich schnell und sagte: »Entschuldigen Sie, mein Herr, das Kind ist so furchtbar lebhaft, es kommt auf Dinge, die kein Mensch denken sollte. Übrigens –« sie sah ihn erwartungsvoll an, da sagte er, sich halb erhebend: »Döttling« und setzte sich wieder.
»Frau Hermelink,« sagte sie und sah ein wenig erstaunt aus.
Dies war das einzige Wort gewesen, das er gesprochen hatte, sie war das nicht gewöhnt. Indessen nahm sie mit einer ganz leichten Neigung des Kopfes, die vielleicht »Sie gestatten« oder so etwas heißen sollte, Platz neben Ellen und begann ihr Frühstück.
Da konnte er sie nun betrachten. Er tat das hinter der Zeitung hervor, die soeben angekommen war.
Sie war groß, schmal gebaut und halbblond. Vielleicht war sie hübsch, das konnte er nicht so schnell feststellen, jedenfalls ungewöhnlich konnte man sie ohne weiteres heißen.
Sie hatte ein schmales, längliches Gesicht, »rassig«, dachte er, es waren so ganz bestimmte, festgeprägte Züge, die sie wohl gerade in dieser Form ererbt hatte. Die Augen, die schienen persönlicher Besitz zu sein, nicht in ihrem harten Blau, das gehörte mit zum guten Erbteil, sondern in dem seltsamen Feuer, das in ihnen lag. Es war kein helles, stilles Brennen, es war ein unruhiges Flackern und Umhersuchen.