ein lieber Blick, ein feines Verstehn,
dann muß ich wieder suchen gehn
nach meiner Heimatwonne.
»Komm, Ellen.« Er nahm sie mit sich ans Meer hinunter. Artig zu Bett gehen, das konnte sie noch lang. Jetzt lag die Sonne noch über dem Wasser, es war ein wundervoller Abend. Weithin lagen die Berge am Ufer rotgolden beschienen, die weißen Villen glänzten und Fenster leuchteten in der Abendsonne. Fischer fuhren hinaus und sangen in ihrem Boot, und irgendwoher kamen fröhliche Stimmen, Gelächter und Jubel. Und so ein Kind sollte nicht froh sein?
Auch hatte das Gedicht nämlich noch einen zweiten Teil gehabt, der ihn heut besonders rührte. Vielleicht wäre ihm Ellens bekümmertes Gesichtchen sonst nicht so besonders aufgefallen.
Er verhöhnte sich selbst damit, daß sie ihm nur als Objekt für seine lyrische Stimmung diene, aber das mochte sein, wie es wollte, darum freute es ihn doch, daß sie nun da unten neben ihm saß und ihr kleines Händchen in seine große Hand schob. Da sagte er es richtig noch einmal in Gedanken vor sich hin:
II.
Schlug das Seelchen seine Flügelein,
barg sein trauerndes Gesicht hinein,
weinte leis und bang und bitterschwer: