Und dann stand er draußen am Gangfenster und sah in die sternhelle Nacht hinaus. Drinnen hantierte die Mutter auf weichen Filzschuhen im Zimmer herum; er durfte nicht zusehen, das war noch nie der Brauch gewesen bei ihren Kindern. Es raschelte etwas, eine Nuß fiel auf den Boden, es klirrte etwas, wie Glas. Und dann ein Tönen, hoch her kam es; er glaubte einen Augenblick, eh das Denken kommen konnte, die Engel singen zu hören. Es waren aber nur die Schulkinder, die auf dem Turm sangen, da eben die Mitternachtsstunde schlug:
Wir wollen ihm die Krippe schmücken,
und bei ihm bleiben die ganze Nacht,
die Händ ihm küssen und verdrücken,
dieweil er uns so Guts gebracht.
Aber wer weiß, vielleicht haben sie doch auch mitgesungen. Es gibt so wunderbare Nächte, da Nichts unmöglich ist.
Im gleichen Verlag sind von Anna Schieber erschienen:
Alle guten Geister ...
Roman
41.–45. Aufl. Broschiert Mk. 4.—, geb. Mk. 5.—.