„Détestons d’abord,“ las ich da, „ces hommes redoutables qui dans leurs mains ingénues et avides portent la menace d’affreux malheurs; ensuite plaignons-les. Plaignons-les d’être à ce point fermés à tous les vastes espoirs qui composent la noblesse de l’homme . . . Tristes et coléreux pangermanistes, frères irrités et injustes de tous les déclamateurs coléreux et tristes, dont les fureurs en toutes les langues, répondent aux nôtres, que vous avez bien tort de tenir pour vos ennemis; pangermanistes de la Sprée et du Main, qui pardessus les frontières recevez le souffle fraternel du panslavisme russe, de l’irredentisme italien, de l’impérialisme anglais, du nationalisme français, que voulez vous? . . .
Les Allemands se rient du pangermaniste. A ses extravagances ils haussent les épaules. Ils le trouvent comique et s’esclaflent à la nouvelle, que les Français puissent lui accorder crédit. Si comique et si haissable que soit le pangermaniste, les Français n’ont pas tout-à-fait tort de prêter l’oreille à ses vociférations. Le pangermaniste a sur la molle opinion allemande la sorte d’action que possède toujours dans l’indécision des foules, l’homme qui s’agite, qui crie, qui fouette, qui infatigablement, répète les mêmes appels, infatigablement va éveiller au fond des âmes incertaines et troubles les égoismes, les instincts, les passions, les appétits, les vanités, les fanatismes, les barbaries . . . c’est un parti de furieux, où s’exaltent, comme dans l’ardeur d’un creuset, tout l’égoisme, tout l’orgueil, toute l’âpreté, toute la cupidité d’un peuple qui, longtemps malheureux et pauvre, ne s’est pas encore habitué à sa force, à sa grandeur, à une richesse trop neuve. Toute l’Allemagne laborieuse et raisonnable le renie; mais pourquoi faut-il qu’elle mette dans son reniement des intermittences, et qu’en certains jours il lui arrive de le reconnaître, de parler son langage? . . . Patrie de Luther, n’est ce donc pas dans sa langue, que le rude réformateur, ayant dépouillé la robe augustine, terrassé le pape et controversé avec le diable, s’écriait: „L’humaine raison est quelque chose de surnaturel, un soleil et une divinité placés dans notre existence pour tout dominer?“ . . .
Da stand es ja längst und ich hatte geglaubt, dir etwas Neues geschrieben zu haben.
Zwölfter Brief
Leute wie du und deines Schlages sind wohl quitt mit dieser Welt — so denke ich mir — hat doch unser bester Ausschuß nur mehr bedingt mit ihr zu schaffen. Das Verwirrende auf Erden ist nur die gemeinsame Benennung, wo so Grundverschiedenes sich ein und derselben Gattung unterschieben darf: Kobolde, Larven, Trolle und Lemuren, Halb- und Viertelmenschen, Vampyre, Schemen, Puppen und Wechselbälge, die alle unter demselben Namen gehen wie der wirkliche Mensch und unfehlbar Unglück und Verwirrung stiften werden, weil die Finsternis ihrer Halbheit oder ihrer Unvernunft sich stets als das stärkere Element in der Familie wie im Staate erweist. Im Staat wie in der Familie.
Warum sage ich das?
Ja, glaubt man etwa an diesem rückständigen Krieg hätten noch unsere Menschen teil? Glaubt man, sie wären so wenig guten Willens gewesen, daß sie sich nicht kinderleicht verständigt hätten? O kinderleicht! Kinderleicht. — Aber nicht so die Ab- und Unterarten, all die vom rein Menschlichen so unheimlich weit abgerückten Halb- und Viertelsleute, an denen sich jene ganz spezifischen nationalen Auswüchse und nationalen Unzulänglichkeiten kristallisieren, welche die führendsten Völker, soferne man sie nur unter dem Gesichtspunkt ihrer Mängel betrachtet, höchst wert erscheinen lassen, daß sie zugrunde gehen. Nur da liegt aber die wahre Lehre dieses Krieges, nur da die wahre Sicherung gegen seine Wiederkehr, daß für die Tage des aufgehobenen Burgfriedens der allmächtige Kampf einsetze um die eigne Läuterung. Aus dem Haß heraus zu hassen, lassen wir das den lächerlichen Lissauern aller Länder. Was ich sagen wollte: es fällt mir natürlich gar nicht ein, daß ich die Engländer hasse, ich habe sie sehr gern.
Eine Eisenbahnepisode in Yorkshire hat sich mir eingeprägt. Ich fuhr mit zwei typischen Anglosachsen in ideal praktischen Sportanzügen, die sich intensiv über Fischfang unterhielten. Beide wunderschön, dachte ich, aber ebenso borniert. Jeder gerade nur so viel im Kopfe, als man fürs Angelwerfen braucht. Echt englisch. Und damit trat ich ans Fenster, an dem sie sich gegenüber saßen, denn meine Station war gekommen. Ich hatte auch schon den Wagenschlag aufgestoßen, da blieb der Zug in voller Fahrt, ich aber, schon halb hinausgebeugt, wäre rettungslos hinausgeflogen, hätten mich da nicht von beiden Seiten — mit jener Flinkheit, die vielen Fischen das Leben kosten mochte, je zwei Arme gefaßt und in den Wagen zurückgerissen. Da saß ich nun wieder auf meinem Platz und hatte meine Lehre weg und konnte mich fragen, was jetzt wohl aus mir wäre ohne die Geistesgegenwart der beiden bornierten Herrn, welche da ohne eine Miene zu verziehen aus ihren kurzen Pfeifen weiterrauchten und ihr Gespräch über Fischfang wieder aufgenommen hatten . . . „Echt englisch“.
Aber weißt du, was mir neulich jemand sagte, der meine Briefe an dich gelesen hatte: „Ja, wozu schreiben Sie denn das alles? Es ist ja nur, was alle vernünftigen Leute denken?“ Welch deprimierende Bemerkung, nicht wahr! und wie bezeichnend für unsere „Vernünftigen“! Unermüdlich wird indessen das Unvernünftige in die Welt hinausgerufen, denn wie regsam sind doch die anderen: die Zersetzer, de Zerstörer, unsere Kobolde, Larven und Trolle, und wie geschlossen marschieren sie! Ist denn kein Korpsgeist in den Guten, daß sie mutlos zurückstehen und geschehen lassen? Es sind ihrer doch Viele, warum sind sie so still?
Heute vor drei Jahren war mein letzter Abschied von Paris. Ich darf nicht daran denken. Und welche Ironie, mein Gott: es war auf der Place de la Concorde in einer blauen Pariser Nacht. „Gestehen Sie,“ sagte mir ein französischer Freund, indem er mit einer Geste die Stadt vom Louvre bis zu den sanft ansteigenden Champs Elysées umschrieb, „gestehen Sie, daß es nichts Ähnliches gibt.“