„Chandieu hat vor seinem Tode das merkwürdige Geständnis abgelegt,“ sagte jetzt Lord S., „er habe in Glenford ein Gespenst gesehen und angesprochen.“
„Das hat er mir nie gesagt!“ rief Mariclée. Aber sie wollte sich der Mitteilung würdig erzeigen, indem sie kein zu großes Wesen daraus machte. „Glauben Sie denn an solche Sachen?“ fragte sie.
„Ich muß gestehen,“ sagte er, „ich habe nie eine Wahrnehmung gemacht, welche die Gespensterchronik dieses Hauses bereichern könnte.“
„Ach,“ sagte Mariclée, „sobald man diesen Dingen mit Worten kommt, tritt so viel Unsinn ans Tageslicht, daß sie zerfließen. Ob es an ihrer Wesenlosigkeit oder an der Plumpheit des Wortes liegt, das ist mir noch nicht klar. Aber eines wissen wir alle: Glenford besäße ohne seine Schauer nie einen so unerhörten Reiz.“
Er nickte. „Ich glaube es selbst; und was Sie über mich sagen hörten,“ fuhr er dann fort, „trifft nicht für mich, es traf nur für meinen Vorgänger zu. Solange mein Onkel lebte, blieben hier gewisse Fragen auf das bestimmteste unterdrückt, und er duldete nicht, daß man sie vor ihm debattierte. So wurde allerdings seine Abneigung für den Ton dieses Hauses bestimmend.“
„Im großen Ganzen sicher die richtige Haltung. Aber was hat Chandieu gestanden?“ Sie brannte darauf, mehr zu hören.
„Nichts, als was ich Ihnen sagte, und dies erst am Tage, an dem er starb.“
„Was hätte wohl Ihr Onkel zu einem solchen Geständnis gesagt?“
„Er hätte keine Notiz davon genommen. Hierin war er wirklich sehr eigen. Selbst wo er sich gezwungen sah, etwas zu konstatieren, ließ er es ohne Kommentar. So wollte er anfangs den Flügel für sich nehmen, in welchem Sie, glaube ich, wohnen, weil ihm dort die Aussicht am besten gefiel. Seine besondere Vorliebe galt dem gelben Zimmer.“
„Das in gelbem Damast und Silber ausgeschlagene,“ unterbrach sie, „das in meines führt?“