Wer wüsste es zu sagen!? Blühten nicht damals die Redner und Bildhauer plötzlich in frecher Überzahl, just wie jetzt Kapellmeister und Solisten?
Ehe man sich dann versah, verklang das ganze hohe Lied in Düsterkeit und Barbarei. Sind wir etwa wieder da angelangt? — Das wäre wohl auch hier die Frage!
»Aber nichts wiederholt sich«, murmelte der Mann.
Er war auf der Brücke angelangt, und der rasche Fluss schien ihm neue Einfälle zuzutreiben, denn er stand lange und sann, wie wohl der Mann beschaffen sein musste, der unsre abwärts gehende Fahrt zu hemmen vermöchte und neues Land eroberte.
Über diesen gewaltigen Geist dachte der gute Kerl lange nach und ging dann brav nach Hause.
NEMESIS.
Eine zeitgemässe Betrachtung.
Dass die Welt ihre grossen Menschen so vielfach verkannte, trug besonders für die Kleinen schlimme Folgen.
Denn die Grossen kommen über kurz oder lang darüber hinweg (sei’s nur, indem sie das Leben überwinden!), und ihre Landsleute halten dann frohlockend an ihre Namen als an ihr Eigentum fest; und starben diese Grossen im Elend, so trägt das Schicksal und der Einzelne die Schuld, denn die Allgemeinheit rettet sich ja stets.
Dass es das ewig selbe Spiel bleibt, übersieht man, und klüger wähnen sich die Menschen jedesmal geworden, wenn sie pietätvoll ihren grossen Toten Säulen, Monumente und Brunnen errichten.
Aber die Rache gräbt unermüdlich, und alles rächt sich tausendfach!