„Sie sind aber kein Pferd,“ sagte Fortunio, „und gerade Ihre Eindeutigkeit ist mit Ihrer sonstigen Art nicht so ohne weiteres in Einklang zu bringen.“
Daß er dabei eine so bedenkliche Miene beibehielt, riß an meinen ohnedies zerzupften Nerven. Er erinnerte mich allzusehr an einen Schreibtisch, der, mit großen und kleinen, inneren und äußeren, ja sogar mit geheimen Schubfächern ausgestattet, für mich aber nur eine einzige Lade offen hielt. Ich fühlte mich plötzlich tödlich gekränkt. Und womit hält er heute zurück? Auch er, auch er! sage ich mir.
„Ihr Roman kursiert jetzt in Bern“, geruhte er mitzuteilen.
„Um so besser. Zeit wär’s, daß hier das rechte Licht über mich aufgeht.“
„Leider nein“, sagte Fortunio. „Das Buch schadet Ihnen.“
„Schadet mir!?“
„Ich hätte es auch nicht gedacht. Aber die große Zielbewußtheit, welche Sie Ihrer Heldin einverleiben . . .“
„Aber gerade die Natur dieser Zielbewußtheit . . .“ unterbrach ich ihn.
„Gewiß, man sollte glauben . . .“
„Hören Sie, das ist nicht möglich!“ Und in höchster Ungeduld riß ich an allen Schubladen zugleich.