Im Nu rannten die drei Männer die Treppe hinunter, die Falltür fiel krachend zu.

Oben auf dem Dache blieb alles still, aber dort bewegte sich jemand, einer, der auf der Lauer gestanden, denn hinter den Orangenbäumen des Dachgartens stand eine dunkle Gestalt, die man nicht deutlich zu erkennen vermochte.

Wieder schallte das dumpfe Keuchen, welches Orloff vernommen zu haben glaubte, jetzt vernahm man aber auch eine halblaute Stimme.

„Sie waren es, sie sind es gewesen,“ klang es in seltsamen Lauten. „An den Stimmen habe ich sie wiedererkannt, die Elenden, welche mich einst zum Unglücklichsten aller Menschen machten. Aber es sind noch mehr, das sind nicht alle, die ich hier getroffen habe. Es sind noch mehr von diesen Schurken und ich ruhe und raste nicht, bis ich diese Erbärmlichen zur Verantwortung gezogen habe. Sie sinnen auf schmählichen Verrat, auf Empörung, auf Mord und Raub, aber ich werde ihre heimtückischen Pläne zerstören, die Welt von diesen Elenden befreien. Und jene muß ich haben, welche die Ursache meines Unglücks wurden. Richten will ich sie, und ein furchtbarer Richter werde ich sein. Grauenvoll, unerbittlich. Denn hier gibt es keine Gnade!“

Dann stand der seltsame Mann, der auf rätselhafte Weise auf das Dach gelangt sein mochte und wartete.

Er wartete bis unten das Tor des Landhauses geöffnet wurde, bis er hörte, wie eine ganze Anzahl Männer auf die Straße eilten. Er vernahm das Trappeln der Schritte, die sich in größter Eile nach der Richtung des Hafens bewegten.

Dann geschah Seltsames.

Sehen konnte man nichts, aber oben auf dem Dache des Landhauses zuckten dreimal rote Blitze, wie von einem Signal, und nach kurzer Zeit hörte man ein Sausen in der Luft, da schien sich etwas herabzusenken. Man hörte ein gedämpftes Knattern, als ob eine Maschine arbeitete.

Trotz des Dunkels der Nacht sah man einen großen, unförmlichen Gegenstand über dem Landhaus schweben. Es klang, als ob etwas herabfiel, ein dunkler Schatten huschte schnell empor und verschwand in dem unförmlichen Gegenstand. Dann hörte man wieder das dumpfe Knattern, das Sausen und der gewaltige schwarze Schatten fuhr wie eine nächtliche Spukerscheinung empor in die Lüfte.

5. Kapitel.
Der Schreckenstag von Odessa.