„Ach Unsinn,“ brummte Gregor, „das war der Nachtwind.“

„Nein, nein, das war ein ganz verdächtiger Laut,“ begann Orloff wieder. „Es ist nur so verdammt dunkel, aber wir müssen mal nachsehen. Bedenkt, wenn uns jemand hier belauscht hätte.“

„Bilde Dir doch nichts ein,“ mischte sich jetzt Gregor in das Gespräch. „Wer soll denn hier heraufklettern. Das bekäme ja nur ein Vogel fertig. Der einzige Weg zum platten Dach führt in unsere Zimmer und die halten wir doch verschlossen.“

Orloff aber gab sich doch nicht zufrieden, und er war gerade im Begriff, auf dem flachen Dache herumzusuchen, als ihn ein leiser Aufschrei Wassils ablenkte.

„Sieh, sieh dort,“ rief der Verschwörer. „Blicke nach der See, da sind die Signale, sie sind es! Matuschewsko hat seine Sache gut gemacht. Jetzt läßt er die Scheinwerfer spielen.“

Und so war es auch, denn jetzt sah man draußen auf der See in der Dunkelheit grelle Lichtblitze, weiße, zuckende Lichtkegel, die über den Himmel dahinglitten.

Und diese Lichtkegel konnten nur von Schiffen ausgehen, die aus der Ferne herandampften.

Im Nu hatten die Verschwörer alles andere vergessen, sie dachten nicht mehr an jenes verdächtige Geräusch, an die merkwürdigen Worte Orloffs, sie tanzten vor Freude auf dem flachen Dache herum und gebärdeten sich wie die Unsinnigen.

Und immer wieder sah man draußen in der Finsternis die Scheinwerferblitze, welche sicherlich von nahenden Schiffen herrührten.

„Hinab, hinab,“ rief plötzlich Orloff. „Rasch zum Hafen, wir müssen ihnen entgegengehen und Signale geben. Morgen früh beherrschen wir Odessa.“