Kapitän Mors besichtigte zunächst den Schaden im Lenkraum und betrachtete durch ein Glasfenster die zerstörten Verbindungsteile.
„Das läßt sich alles wieder gut machen,“ erklärte er nach kurzer Betrachtung. „Reserveteile haben wir im Ueberfluß, aber, es wird freilich einige Zeit vergehen, es ist gar nicht ausgeschlossen, daß wir mehrere Tage, ja Wochen auf diesem unbekannten Planeten verweilen müssen.“
Bald erschienen auch die übrigen Mannschaften, aber sie hatten nichts Bedenkliches zu melden. In den unteren Räumen des Fahrzeuges war alles in Ordnung, da hatte man keine Beule, kein Leck gesehen. Selbst die Röhren, welche die flüssige Luft verteilten, waren unbeschädigt.
Somit blieb nur der Lenkapparat zu reparieren und das war gerade die Hauptsache und mußte mit größter Sorgfalt geschehen. Kapitän Mors wollte mit Star und Lindo diese Arbeit verrichten.
„Ich erforsche unterdessen den neuen Planeten,“ rief der Professor begeistert, als ihm Kapitän Mors seine Absicht mitteilte.
Der Luftpirat schien mit der Antwort zu zögern.
„O, ich laufe Ihnen gewiß nicht davon, Kapitän,“ fuhr der Professor mit einiger Bitterkeit fort, da er das Zögern des Kapitäns falsch deutete. „Ich kehre schon wieder, mein Wort darauf! Ich will ja noch mehr Fahrten in diesem wunderbaren Fahrzeug unternehmen.“
„Sie mißverstehen mich, Professor,“ erwiderte Kapitän Mors. „Ich wollte damit kein Mißtrauen äußern. Sie wissen ja, daß Sie der Umstände halber immer bei mir bleiben müssen, aber andererseits denke ich nicht im Traume daran, Ihnen diese Gefangenschaft zu zeigen oder Sie gar zu quälen. Mein Zögern entspringt einzig und allein der Sorge um Sie, denn Sie stehen mir nahe, und ich habe Sie sehr gern. Es gibt wenig Menschen wie Sie auf der Erde, gäbe es viele solche, wäre ich vielleicht nicht der Luftpirat geworden. Mein Zögern rührt einzig und allein davon her, daß ich für Sie Sorge trage, denn hier können sich tausende von Gefahren verbergen. Deshalb bitte ich Sie, einstweilen noch im Weltenfahrzeug zu bleiben.“
„Verzeihen Sie, Kapitän,“ erwiderte der Professor, indem er die Rechte des Maskierten faßte. „Ich will nichts gesagt haben. Aber ich denke, mit unseren Hilfsmitteln können wir jeden Gefahren Trotz bieten.“
„Nicht immer,“ lautete die Antwort, „solche Gefahren kommen oft blitzschnell und unerwartet, so daß selbst die Hilfsmittel der modernen Technik versagen. Jedenfalls müssen wir unsere Umgebung beobachten. Dann wird es sich zeigen, ob wir das Fahrzeug verlassen dürfen. Ist dies der Fall, so können Sie Ihren Forschungen nachgehen. Sie haben ja auch das Recht darauf. Sie sind ja gewissermaßen der Entdecker des neuen Planeten.“