Soeben war ein Ministerrat abgehalten worden.

Hundert Vorschläge wurden gemacht, aber alle als unausführbar befunden. Sie scheiterten an der Wut der Volksmassen, die alles zu vernichten drohten.

Die Minister und die sonstigen Spitzen der Regierung hatten schon seit Tagen und Nächten keine Ruhe gefunden. Eine Beratung war der anderen gefolgt, jetzt waren die Herren mit ihrer Weisheit zu Ende.

Es schien, als ob ein bitteres Lächeln um die Lippen des Herrschers spielte, als er seine Räte und Vertrauten mit einer Handbewegung und einigen kurzen Worten verabschiedete.

In wenigen Augenblicken war der Herrscher allein.

Er blieb am Tische stehen und blätterte mechanisch in den Dokumenten. Dann trat er ans Fenster.

Draußen knatterte wieder das Gewehrfeuer.

Nur ungern hatte der Herrscher den Befehl erteilt, gegen das rasende Volk Gewalt zu gebrauchen. Es ging nicht anders, draußen begann man ja schon zu morden, zu rauben und zu plündern.

„Die Sturmflut naht,“ murmelte der Herrscher. „Bald wird sie alles überfluten. Schrecklich, entsetzlich, die Menge wartet nicht, bis die Katastrophe erfolgt, sie macht schon vorher die Erde zur Hölle. Und das alles, alles nur, weil sich der eine an mir rächen wollte. Dieser Mann, der einen solchen Ruf besitzt, der ihn bis zur gehässigsten Vergeltung anwendet. Und dieser Mann, der soviel Unglück angerichtet hat, der hütet sich, vor meine Augen zu kommen. Niemand weiß, wo er sich befindet, er schleudert seine giftigen Pfeile aus der Verborgenheit in die rasende Menge.“

Der Herrscher hatte die letzten Worte unwillkürlich laut gesprochen.