Plötzlich wendete er den Kopf, als ein Geräusch im Saal ertönte. Dort an der schweren Portiere, die zu den fürstlichen Gemächern führte, stand ein stattlicher junger Mann mit geistreichem und zu gleicher Zeit auch energischem Antlitz.
Es war einer der Prinzen des Herrscherhauses, ein Mann, der sich in seinen Mußestunden aus Begeisterung mit der astronomischen Wissenschaft beschäftigte.
Der Herrscher trat in sichtlicher Erregung auf den Prinzen zu.
„Wie steht es?“ fragte er hastig. „Ist der Aufenthalt des Gelehrten entdeckt worden?“
Der Prinz schüttelte den Kopf.
„Es ist unmöglich,“ erwiderte er. „Der Rachsüchtige hält sich verborgen. Zudem werden die Nachforschungen durch den Aufstand so erschwert, daß ich das Unternehmen schon von Anfang an als hoffnungslos betrachtete.“
Der Herrscher stampfte mit dem Fuße auf den Boden, daß es dröhnte.
„Wie kann dieser Mann das Unheil verantworten?“ rief er in höchster Empörung. „Wie kann er nur solche entsetzliche Rache nehmen! Ich habe bereits Nachrichten erhalten, daß die Soldaten in ihrer Treue wankend werden. Nicht alle, aber doch ein großer Teil. Und wenn das geschieht, wenn auch diese letzte Stütze der Ordnung zusammenbricht, dann kommt es zu einer Katastrophe, so furchtbar, so entsetzlich, wie man es noch nie auf Erden erlebt. Dann sind die fürchterlichsten Revolutionen der Vergangenheit ein Kinderspiel gegen diese Schrecken.“
Der Prinz neigte zustimmend das Haupt.
„Und das schlimmste ist,“ erwiderte der, „daß dieser rachsüchtige Gelehrte recht hat. Ich war gestern und heute in der Universität, auf den beiden Sternwarten. Ich habe alle Gelehrten auf Ehre und Gewissen befragt, gebeten, mir die volle Wahrheit zu sagen und die Berechnung nochmals durchzugehen. Ich hatte ja immer noch die Hoffnung, daß die Rache jenes Mannes der Grundlage entbehrte, daß er nur Schrecken und Aufruhr verbreiten wollte. Bis vor wenigen Stunden hegte ich noch Hoffnung.“