Das geistvolle Gesicht des Prinzen war totenbleich.

„Ja, die Antwort ist hier,“ entgegnete er. „Ich habe sie empfangen, ich habe es gewagt, auf die Gefahr der Ungnade, als letztes, verzweifeltes Mittel. Kapitän Mors der Luftpirat wird sich in dieser Nacht um zwölf Uhr an einer genau bezeichneten Stelle des großen Schloßparkes einfinden.“

2. Kapitel.
Aus Rache.

Der Herrscher stand wie ein Steinbild, aber das dauerte nur wenige Augenblicke.

Er trat zu dem Prinzen und dieser fühlte, wie die Rechte seines mächtigen Verwandten eiskalt war.

„Zu jeder anderen Zeit hätte ich eine Unterredung mit dem Luftpiraten zurückgewiesen,“ klang die Stimme des Herrschers. „Aber jetzt will ich mit ihm sprechen. Ich zürne Dir nicht, nein, im Gegenteil, ich danke Dir. In der verzweifelten Lage, in der wir uns und alle anderen Kulturstaaten befinden, ist Kapitän Mors vielleicht die letzte Hoffnung. Gehe um zwölf Uhr nach dem Schloßpark hinunter, ich gehe mit. Niemand soll sonst dabei sein. Du verbietest den Dienern, daß sie uns folgen. Jetzt ist es zehn Uhr, hole mich ab, wenn die Zeit gekommen ist. Ich will dem Mann mit der Maske gegenübertreten.“

Es war Mitternacht, aber es herrschte keine Ruhe.

Das rasende Volk, welches die Branntweinschenken gestürmt, hatte einen nochmaligen Vorstoß gegen das Residenzschloß unternommen. Das Militär stand aber fest wie Mauern und die rasende und tobende Masse mußte, Tote und Verwundete mit sich schleppend, wieder zurückweichen.

Jetzt grollte der Lärm in der Ferne, wie ein dumpfes Tosen, wie ein fernes Gewitter.

Die Nacht war ziemlich klar und der große Komet stand drohend am Himmel.