Durch den großen Schloßpark eilten zwei Männer in Mäntel gehüllt, der Herrscher und der Prinz, die sich zu dem verabredeten Stelldichein begaben.
Nur einmal wurde gesprochen.
„Wie kann nur der Luftpirat in den Park gelangen?“ fragte der Herrscher. „Dieser ist ja von einer hohen, glatten Mauer und außerdem von einem tiefen Wassergraben umgeben.“
„Für diesen Mann gibt es kein Hindernis,“ erwiderte der Prinz. „Er kommt und er wird zur Stelle sein.“
Die Kirchturmuhren der Residenz verkündeten die zwölfte Stunde, als sich die beiden Männer einem kleinen tempelartigen Pavillon näherten.
Ringsumher standen Bildsäulen, Marmorgruppen, Götter und Göttinnen, vom Mond gespenstisch beleuchtet.
Hier war es fast unheimlich, der Nachtwind rauschte in den Bäumen und Büschen, ein Käuzchen ließ seine klägliche Stimme vernehmen.
„Der Totenvogel,“ murmelte der Herrscher, der sonst gewiß nicht abergläubisch veranlagt war.
Sonst war nichts zu sehen, die beiden Männer schienen sich allein am Pavillon zu befinden.
Aber im Augenblick, wo der letzte Schlag der zwölften Stunde vom Turm der Hauptkirche herüberdrang, trat eine Männergestalt hinter dem Pavillon hervor.