Prinz Albert hier umringt von Todesschrecken
Dem wackern Schmidt sich naht,
Und leise Worte schüchtern ihm entdecken
Die grause Frevelthat.
Hier ists, wo dem Geraubten ach! so bange
Der Stahl des Mordes blitzt,
Und ihn mit hochgeschwungner, rußger Stange
Des Köhlers Arm beschützt.
Die Glockenstürme – und das Köhlerzeichen
Ruft Hilfe laut umher,
Und es erliegen unter Trillers Streichen
Die Räuber bandenschwer.
Gerettet ist der Fürstensohn – die Quelle
Erlabt den Durstgen hier,
Sie quillt uns heut' noch unversiegt und helle, –
Sie segnen heute wir!
Ein Denkmal soll die große That erneuen
Den Söhnen künftger Zeit,
Und Alberts Enkel, dem Gerechten[90], weihen
Es wir aus Dankbarkeit.
Der Herr Superintendent Dr. Lommatzsch[91] trat jetzt auf die mit Blumen bestreuten Stufen des Brunnens und sprach Worte der Weihe.[92] Ihm zur Rechten war die mit einem Eichenlaubkranze gezierte Büste des Königs Friedrich August aufgestellt und über ihr hingen Blumengewinde von der Pyramide herab. Nach Beendigung der Rede folgte wieder ein Gesang, gedichtet vom Herrn Postmeister und Gerichtsdirector Reiche zu Annaberg.[93]
Einer.
Ein Gaudeamus soll uns heut' vereinen
In Gottes heiliger Natur;
Denn hier in dieses Waldes düstern Hainen
Fand Albert einst der Gottheit Spur.
Chor.