Doch sieh! dort soll dem Greis ein Obdach werden
Und heiter schaut sein Giebel heut mich an,
Noch wärmen soll ich mich am Heerd auf Erden,
Nachdem die Blöcke längst verlangend sahn;
Dein Volk baut mir – mein König – diese Hütte,
Laß' es gescheh'n! – gewähr mir diese Bitte.

Ein guter König mußt Du sein auf Erden,
Denn es bewachet solch' Erinnerung,
Ja, glücklich soll'n wir durch Dich nur werden
Und uns're Freude bleibe immer jung.
Drum, guter König, langes, langes Leben
Mag dieser Trunk, den ich Dir biete, geben.

Ließ jüngst, mein König, mir so reichen Hausrath senden,
Mag Gott dafür Dir reichen Seegen spenden.

Nachdem beide Majestäten geruht hatten, dieses Gedicht anzuhören, überreichten drei kleine Mädchen, ebenfalls grün und weiß gekleidet, zweie[102] Sr. Majestät dem König, einen Teller mit Waldbeeren, die dritte[103] Ihro Majestät der Königin, einen Becher mit Wasser, mit den Worten:

»Dir gute Königin, mög' langes, langes Leben
Der frische Trunk, den ich Dir biete geben!«

Sodann vereinigten sich die Mitglieder des obenerwähnten Frauenvereins, um durch die dermalige Vorsteherin die Frau Rentamtmann von Schleinitz Ihro Majestät der Königin vorgestellt zu werden, indem ein Mädchen aus der vom Frauenverein zu Grünhain errichteten Nähschule, Ihro Majestät ein Gedicht auf einem mit Blumen bekränzten Körbchen zu überreichen die Ehre hatte. Ihro Majestät geruhten huldvollst und herablassend mit mehreren Mitgliedern des Frauenvereins zu sprechen. Nachdem beide Majestäten das mit Blumen bekränzte Monument betrachtet und auf das wohlwollendste über die Ausführung der Sache als die Feier dieses Tages sich ausgesprochen hatten, geruhten sie in der zu dieser Feierlichkeit erbauten mit Blumen umwundenen Bude, ein von dem Stadtrathe von Grünhain veranstaltetes frugales Frühstück einzunehmen, bei welchem die Beamten von Nah und Fern die Ehre hatten hinzugezogen zu werden.

Unter lautem Vivatruf setzte sodann das allgeliebte Regentenpaar die weitere Reise über Schwarzenberg nach Schneeberg fort.

Durch mehrere milde Beiträge[104], kam es bald hierauf soweit, daß die Hütte gehoben werden konnte. Die Feierlichkeit dabei war in den Leipziger Zeitungen No. 236. Dienstags den 2. Octbr. 1838 pag. 3452 auf folgende Weise beschrieben:

»Vom Fürstenbrunn, im königl. sächs. Erzgebirge, d. 27. Septbr. (Privatmittheilung.)