Es begab sich eines Tages, daß die Spitalmeisterin Salzes notdürftig war. Also nahm sie ein Lägel, machte es auf, da fund sie in der Mitte einen großen Schatz von Gold. Darvon erschrak sie, und nahm ein anderes, brach es auch auf, da fund sie auch, wie in dem ersten. Da saget sie bei ihr selber: „Ach, armer Mensch, GOTT der Allmächtig hab dein arme Seel! Wann ich sehe wohl, daß ich nicht alleine mit Schmerzen, Unmut und Trübsal umgeben bin.“ Darnach nahm sie die anderen Lägel alle und schlug sie auf, da fand sie einen großen Schatz.
Als bald ließ sie Maurer und ander Werkleut berufen und fing an, die Kirchen größer zu machen; und machet also ein schöne Kirchen und ein Spital, darinne der Dienst GOTTes fleißig bestellet ward. Und kam das Geschrei so weit, daß viel Volkes dar kam. Und brachten groß Almosen und Opfer, und verwunderten sich darob, daß die Spitalerin also kostlich wußte zu bauen; wann man hätt sich bei ihr keines Geldes versehen.
Wie der Graf und die Gräfin kamen, zu besuchen die Kirchen, Sankt Peters von Magelon genannt.
Der Graf und die Gräfin kamen auch, die Kirchen zu besuchen in großer Andacht und hörten allda Meß, darnach redeten sie mit der Spitalerin. Die Spitalerin tröstet sie beide auf das Beste, so sie vermocht, und sprach, sie sollten nicht zweifeln ob den Geschicken GOTTes, wann GOTT der Allmächtig möchte sie wohl noch erfreuen mit ihrem Sohn Peter, wie wohl sie selber des Trostes notdürftiger gewesen. Wann die zwei hätten alleine einen Schmerz ob des Verlusts ihres lieben Sohnes, was da menschlich ist. Aber die Schön Magelona hätt verloren ihr Königreich und hätt auch kein Hoffnung mehr darzu. Des gleichen war sie kommen in Ungnaden ihres Vaters und Mutter, zu dem hätt sie verloren ihren aller liebsten Gemahel Peter, darum sie dann wohl billig betrübt war. Nach dem zogen der Graf und die Gräfin wieder heim. Nun wöllen wir schweigen des Grafen, auch der Spitalerin, und wollen reden von dem Peter, der da lag in der Inseln und schlief.