Nach Olina lebt dieser Vogel ungefähr sechs bis sieben Jahre; daß sich aber sein Alter aus den Querstreifen des Schwanzes bestimmen lasse, ist ungegründet. Alleon sagt, wenn unter mehreren eingesperrten Fasanen einer krank werde, hieben ihn die andern mit ihren Schnäbeln todt und fräßen ihn hernach auf. So viel von dem gemeinen Fasan!
Weiße Fasanen
Es gibt auch
weiße Fasanen,
man weiß aber zu wenig von ihrer Geschichte, als daß man die Ursache von dieser Farbe des Gefieders angeben könnte. Von andern Thieren und Vögeln zu schließen, sollte sie eine Wirkung der Kälte seyn. Die Fasanen sind freylich nicht so tief in Norden eingedrungen, als z. B. der Pfau: allein sie sind auch nicht vollkommen weiß und haben, nach Brisson, dunkelviolette Flecken auf dem Halse und röthlichbraune auf dem Rücken; und, nach Olina, sieht man zuweilen an den Männchen die Farben der gemeinen Fasanen an dem Kopf und Hals. Dieser letztere Schriftsteller sagt, die weißen Fasanen kämen aus Flandern; vermuthlich aber kommen sie noch weiter aus Norden: Er setzt hinzu, daß die Weibchen weit weißer seyen, als die Männchen; man sieht aber auch bey der gemeinen Fasanhenne mehr Weißes an ihrem, als an des Männchens, Gefieder.
So wie der weiße Pfau mit dem gemeinen den bunten oder gestreiften hervorgebracht hat, so kann man auch vermuthen, daß der weiße Fasan, mit dem gemeinen gepaart, den
Gesprenkelter Fasan
gespreckelten Fasan
hervorgebracht habe, zumal da er genau die Bildung und Größe der gemeinen Gattung hat und sein Gefieder, wovon der Grund weiß ist, mit Flecken übersäet ist, an denen man alle Farben unsers Fasans vereinigt findet. Frisch merkt an, daß er nicht zur Fortpflanzung tauge.