Es ist seit einigen Jahren Mode geworden, auch einfache Wanderungen im Mittelgebirge immer in den schwergenagelten, dicksohligen Schuhen zu machen, die für den Alpinisten unentbehrlich, ja eine Conditio sine qua non sind. Aber wenn man nur die ganz unnötig erhöhte Arbeitsleistung infolge des großen Gewichts der Schwergenagelten in Betracht zieht und ganz absieht von der größeren Bequemlichkeit eines halbleichten Tourenstiefels, dann springt das Unsinnige dieser Mode in die Augen.
»Aber es sieht eben schneidiger aus!« – Ich kenne den Einwand und weiß, was auch junge Männer opfermutig an Unbequemlichkeit ertragen können um des »Eindrucks« willen. Aber diese ja so verständliche und bei jedem wohl einmal auftretende Periode, wo man sich für den Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit hält, leidet an der genügsamen Einsichtslosigkeit aller Eitelkeit. Die Wanderer der günstigsten Pose vergessen das eine, daß die »Kenner« ja lächeln über solche Späße; um aber nur die Bewunderung der ahnungslosen Gelegenheitsausflügler zu erregen, müßte doch der Stolz ein wenig größer sein; ich meine den richtigen Stolz, das saubere Selbstbewußtsein, dem alle Mätzchen verächtlich sind.
Für »Damen« ist die erste richtige Wanderschaft fast immer der erste harte Kursus, in welchem der Fuß sich für alte Sünden rächt und der jungen Wandersmaid den richtigen Respekt vor den ihr nun einmal durch Geburt oder Schicksal verliehenen Fußmaßen beibringt. Denn so viel man wandernden Frauen und Jungfrauen sonst nachsagen mag, den Vorwurf, als lebten sie auf einem großen Fuß, kann man ihnen nie machen.
Gamaschen sind Geschmacks- und Modesache. Wer nicht anders zu können glaubt, als in Gamaschen loszuziehen, der nehme dann wenigstens das Beste, was auf diesem Gebiet existiert, die leichte, saubere, poröse und verblüffend einfach zu bindende Wickelgamasche »Mars«.
Vom Essen und Trinken.
Phot. Ad. Saal.
Wanderer beim Abkochen.
Ich fühle nicht den Beruf in mir, meine Mitmenschen und Mitwanderer auf diesem herrlichen Planeten zu meiner Speisekarte zu bekehren. Wir sonderbaren Kostgänger des Gastgebers unserer Weltenherberge sollen auch hierin ein jeder nach seiner »Fasson selig werden«, und alle Geschmäcke sind zu »tolerieren«. Aber eine kleine Predigt kann ich bei dieser Gelegenheit doch nicht unterdrücken.