»Er täte besser, mich nicht daran zu erinnern – Er Filou! – Aber zum zweitenmal geht's nicht mit Keckheit und Frechheit, daß Er's weiß. Wie kommt Er denn zu dem infamen Rauchzeug?«

»Ein Vetter hat mir's beim Besuch mitgebracht!«

»Seine Vettern werden nicht mehr vorgelassen, oder am Eingang genauestens visitiert, nehme Er das zur Kenntnis, Seeger!«

Der Herzog nahm dem Schuldigen die Pfeife aus der Hand und besah sie halb widerwillig, halb neugierig.

»Und wie das übel riecht! Fi donc!«

Er schlug mit dem Pfeifenkopf an die Tischkante, daß er in kleine Scherben zersplitterte, und auch Schiller, der sich erhoben hatte und als stummer Zuschauer dastand, erschrocken zurückfuhr.

»Und jetzt hätt' ich Lust, das Rohr an Ihm selber zu probieren!« sagte Karl Eugen, indem er das bedrohliche Instrument schwang und einigemal durch die Luft sausen ließ; der junge Graf, in dessen Antlitz nichts zuckte, ward bleich, seine Lippen bissen sich aufeinander, und seine Augen funkelten seltsam, so daß der Herzog unwillkürlich einen Schritt zurücktrat.

»Sehe Er mich nicht an, wie ein gereizter Löwe – das lieb' ich nicht bei meinen Karlsschülern. Und sei Er ruhig, – ich will Ihm nicht an die Reputation gehen; aber Strafe muß sein! Drei Tage Karzer, verschärft durch entsprechendes Fasten!«

Der Intendant verneigte sich zustimmend; Karl Eugen aber kommandierte: »Rechts um – marsch!« und der junge Graf, der ihm zuvor noch die Hand geküßt hatte, bewegte sich genau nach dem Kommando und verschwand im Paradeschritt durch die Tür.