Er verabschiedete sich herzlich von Frohwalt.
Er hielt Wort. Am nächsten Vormittage erschien er bei dem deutschen Maler. Beim Eintritt in das Atelier sah er mit einem Blick Sisto, wie er leibte und lebte, und sein Gesicht, das noch ein zweites Mal von der Leinwand wie aus einem Spiegel herschaute. Als ihn der Knabe erblickte, sprang er auf und eilte auf ihn zu. Stürmisch griff er nach den Händen Parellis, küßte sie und stammelte dazu beinahe leidenschaftlich:
»O Verzeihung, Verzeihung, Monsignore – ich kann nicht anders!«
Der Prälat legte leise seine Rechte auf das dunkellockige Haupt und sprach begütigend:
»Beruhige Dich, mein Sisto! Ich bin Dir nicht böse – Gott segne Dich!«
Dann begrüßte er Quandt:
»Ich wünsche Ihnen und Ihrem Frauchen Glück zu dem braven, prächtigen Sohne, und wenn Sie mich als einen Seitenverwandten desselben gelten lassen wollten, würde ich mich freuen. Das ist Herr Stahl?«
Hans hatte sich erhoben, und Parelli trat an seine Staffelei. Das Bild Sistos zeigte lebensvolle Frische, und an dem Talente des jungen Malers konnte kein Zweifel sein. Der Prälat schien sich ganz in die Züge des Knaben zu vertiefen, und über sein Gesicht huschte dabei ein Schatten der Wehmut. Es war ganz still in dem Raume, und Stahl hielt den Atem an, bis jener sich umwandte und freundlich sagte: