Daß helle Funken springen!
Der Hochzeitmorgen graut. –
Hurra, du Eisenbraut!
Hurra!
Die Begeisterung, die aus den Worten des Dichters glühte, übertrug sich in das Herz der Hörer; mutig blitzten die Augen in den gebräunten Gesichtern, die Schwerter klirrten bei jedem Hurra!, und als Körner geendet, mußte der Major mit aller Energie einer lauten Ovation wehren, die angesichts der Nähe der Feinde hätte nicht unbedenklich sein können. Aber er selbst umarmte den jungen Dichter und sprach:
»Wer das kann, ist mehr wert, als wir andern alle. Wir geben jeder sein bischen Blut für König und Vaterland, Sie aber begeistern Tausende. Gott erhalte Sie, Körner!«
Dann schritt er langsam weiter … die Reiter aber lagerten sich wieder und saßen in gehobener Stimmung bei ihrem einfachen Frühmahl.
Um die siebente Stunde sprengten einige Kosaken heran, die dem Major eine Meldung brachten, und gleich darauf kam der Befehl zum Aufsitzen. Es war die Kunde gekommen, daß ein französischer Wagentransport, von Infanterie begleitet, auf der Straße herankomme, und Lützow sah darin eine gute Beute. Er verfügte sofort, daß die Kosaken denselben an der Spitze und an den Flanken angreifen sollten, während er selbst mit 50 Reitern in den Rücken der Kolonne einbrechen wollte und die anderen 50 im Gehölze bleiben sollten als Nachhut und für den Fall, daß dem Wagentransport noch eine Reiterabteilung folge.
Es regte sich nichts; keine Waffe klirrte, auch kein Pferd wieherte, und mit beinahe nachlässiger Sicherheit rückten die Feinde heran: Hochbeladene Wagen, und ihnen voran und zur Seite französische und westfälische Soldaten. Lützow ließ sie ruhig näher kommen, dann erklang ein Trompetensignal und mit lautem Hurra brachen die Reiter hervor. Hei, Lützow's wilde, verwegene Jagd! Das war sie wieder, rasch und kraftvoll, zusammenwirkend und sicher war der Anprall. Aber auch die Lenker der Transportwagen peitschten auf ihre Pferde ein, so daß diese wild auf der Straße hinjagten, ihnen zur Seite die Kosaken, die infolgedessen nicht rasch genug die Spitze der Kolonne zu erreichen vermochten.
Einige von den Wagen gewannen den Wald, der zu beiden Seiten der Straße sich hinzog, die Bedeckung sprang von diesen herab und schwärmte am Rande des Gehölzes aus. Schüsse krachten, Geschrei, Fluchen, Aufstöhnen klang durcheinander, und während ein Teil der feindlichen Infanterie die Waffen wegwarf, flüchtete oder sich ergab, versuchten andere noch einen vergeblichen Widerstand zu leisten. In dem kleinen lichten Gehölze waren mit diesen eine Anzahl Reiter in einen kurzen erbitterten Kampf geraten.