»Vater!« stöhnte Jakob, der sich langsam erhob und einige Schritte näher trat, und mit einem langen, tiefen Blicke sah ihn der Förster an.
»Die Hand kann ich dir heute noch nicht geben – aber ich will versuchen, ob ich noch einmal glauben kann, ich hätte einen Sohn. Und deine Mutter ist hingegangen und hat daran geglaubt!«
»Meine Mutter ist – tot?« schrie Jakob auf, und nun schluchzte er wortlos wie ein Kind. Erschüttert stand Konrad neben ihm, und nach einer Weile sprach der Alte wieder:
»Diese Thränen sollen dir gutgeschrieben sein. Ganz schlecht bist du nicht, wenn du noch um deine Mutter weinen kannst … Aber den Rock, welchen ich trage, kannst du nicht anziehen. Suche dir einen andern Fleck in Deutschland, wo du dein Blut für's Vaterland verspritzen kannst, neben mir kann dein Platz nicht sein. Erst muß ich sehen, daß dir's ernst ist. – Geh!«
Langsam, mit gesenktem Kopfe schritt der Bursche dahin, der Förster aber trat an Konrad dicht heran, und indes ihm die Augen feucht wurden, fragte er bewegt:
»Hab' ich's so recht gemacht?«
Stumm drückte ihm der Gefragte die Hand, dann ging er dem Burschen nach, um ihm mit Rat und That weiter zu helfen.
Der Alte jedoch stand mit seinem Hunde noch lange auf derselben Stelle und schaute den beiden nach. Als sie hinter einem Gehölz verschwanden, atmete er auf und blickte mit gefalteten Händen zum Himmel empor.
»Ich habe noch einen Sohn!« sprach er leise, innig, dann wendete er sich zu seinem Hunde:
»Flott, braver Kerl! Wir haben ihn wieder, wir haben ihn wieder, den Jungen! Allons, Flott, freue dich!«