»Flott!« sagte er halblaut, der Hund stutzte einen Augenblick, dann wedelte er mit dem Schweife und drückte den Kopf an das Bein des Burschen, der ihn streichelte, indes ihm dabei die hellen Thränen über die Wangen liefen. Walther – denn er war es – kam rasch näher; plötzlich blieb er stehen, sein Gesicht wurde fahl und fast zornig rief er:
»Flott, herein! – Der dort ist nicht wert, daß ein braver Hund ihn anwedelt!«
Das Tier folgte beinahe traurig, mit gesenktem Schweife, dem Befehl, der Förster wollte sich umwenden, aber schon war Konrad neben ihm und hielt ihn am Arme:
»Nicht so, Freund! Er kommt als Reuiger, als Gebesserter, er bringt sich dem Vaterlande!«
»In diesem Rocke?« sagte verächtlich und finster der alte Mann, und nun erst dachten die beiden andern selbst daran, daß Jakob noch in der westfälischen Uniform steckte, und mit einem hastigen Rucke riß dieser sie ab und warf sie weit von sich, dann sank er auf der Straße auf die Knie und rief flehend:
»Vater – laß mich an deiner Seite kämpfen und sterben!«
»Mit ehrlichen, unbescholtenen Männern? – Daß mir's jeden Tag aufs neue die Schamröte ins Gesicht jagte –« sagte zornig der Alte, dann übermannte ihn ein anderes Gefühl und schmerzlich stöhnte er:
»Habe ich denn noch einen Sohn?«
Schmidt hielt ihn noch immer am Arme fest, und mit inniger Wärme sprach er:
»Ja, Freund, du hast einen! Vom Grabe des bravsten Kameraden, unseres Theodor Körner, bringe ich ihn dir, er hat ihn im Tode noch geworben für unsere Sache! Stoße Jakob nicht zurück, ich bin überzeugt, daß er's ehrlich meint; willst du's auf dich laden, daß das Vaterland diesen Arm und dieses Herz, das sich ihm mit verdoppelter, reuiger Wärme zuwendet, wieder verliert?«