»Nun, hab' ich's brav gemacht, Herr Oberjäger?« frug Elise den Förster, der mit Wohlgefallen ihr frisches Gesicht betrachtete.
»Ja, das haben Sie, und Gott erhalte Ihnen Kraft und Mut und – Glück,« sagte beinahe wehmütig der Alte.
»Aber nun versprechen Sie mir auch eins: Daß Sie gegen jedermann schweigen wollen von dem, was Sie wissen – hören Sie, gegen jedermann? – Ja?«
Sie reichte ihm die schmale Hand hin, die er zwischen seine beiden braunen Hände nahm:
»Was will ich denn machen? – Ich hab' die Prohaska sterben sehen, und es war ein schöner, glücklicher Tod, und ich hab' dabei vergessen, daß es ein Weib war. Ich will's auch diesmal vergessen und will eben meinen, ich hätt' einen braven, jungen Kameraden, den ich freilich nicht von meiner Seite lassen darf, denn seit ich ihn kenne, bin ich für ihn verantwortlich, und wenn etwas schief geht, habe ich's mit Konrad Schmidt zu thun.«
»Er vor allem soll keine Ahnung haben davon, daß seine Braut ihr Blut nicht höher achtet, als er das seine. Also abgemacht, Herr Oberjäger!«
»Nun, in Gottes Namen – abgemacht. Aber sagen Sie mir – der andere, mit dem Sie gekommen sind, der … der Krause – ist wohl auch eigentlich kein Student?«
»Nein! Sie sollen auch das noch wissen; es ist meine Freundin Anna Lühring aus Bremen, und was für mich gilt, das gilt auch für sie.«
Der Förster brummte etwas vor sich hin, aber zu antworten fand er eigentlich nicht Zeit, denn eben kam eine kleine Schar von Reitern von Bleckede her angesprengt. Walther und Elise hatten sich etwas seitab von den andern gelagert und mußten sie zuerst kommen sehen. Es waren Lützower, daran konnte kein Zweifel sein, und als der Förster schärfer hinsah, sprang er mit einmal auf.
»Das ist Konrad Schmidt! Nun sehen Sie, daß Sie weiter kommen, sonst stehe ich für nichts, und drehen Sie ihm hübsch den Rücken, wenn er vorüberkommt – das heißt, wenn Sie's übers Herz bringen.«