»Ja wohl, er liegt unter dem Pferde …«
»Tot?«
»Gott Lob, nein – aber verwundet am Beine!«
»Vorwärts, Kameraden – 's ist mein einziger Junge!« sprach er mit rührender und ergreifender Schlichtheit – »helft mir ihn retten!«
Nach kurzer Frist standen sie bei dem Bewußtlosen. Der Vater hob ihm das blasse Gesicht empor und horchte nach seinem Atem. Dann nahm er seine Feldflasche und netzte ihm daraus die Schläfe und die Lippen, die andern aber waren bereits bemüht, den Leib des getöteten Pferdes hinwegzuheben, und eben, da ihnen dies mit großer Anstrengung gelungen war, öffnete Jakob die Augen und sah groß und irr umher.
»Junge, mein guter Junge!« sagte der Alte, – »wie ist dir?«
»Hurra – wir haben gesiegt, Vater!« schrie dieser, und den Männern, die dabei standen, rieselten bei solcher Begeisterung die Thränen über die gebräunten Wangen. Das rechte Bein des Verwundeten war im Unterschenkel zerschmettert, und der Förster verhehlte sich nicht, daß sein einziger Sohn ein Krüppel geworden sei – fürs Vaterland. Aber jetzt galt kein Zaudern und Erwägen. Auf einige Musketen, über welche Mäntel gebreitet wurden, legte man den Verwundeten, und so wurde er gegen Laon getragen, wo man ihm ärztliche Hilfe verschaffen konnte.
Walther aber ging an seiner Seite, hielt ihm die Hand und führte ihm ab und zu die Feldflasche an die Lippen, so daß der Verwundete leise sagte:
»Vater, bist du nun wieder ganz gut?«
Der drückte ihm wärmer die Hand und sprach gerührt: