Da hörte sie ein tiefes Stöhnen, daß sie zusammenschrak. Unfern von ihr erhob sich von der Erde der Leib eines Mannes, der wohl teilweise unter seinem Pferde lag. Das Mondlicht rieselte über das bleiche Gesicht – es war Jakob Walther. Im nächsten Augenblicke befand sich Elise an seiner Seite. Er erkannte sie:
»Herr Schweizer – Gott Lob, Sie sind's! – Haben wir gewonnen?«
»Ja, wir haben gesiegt!«
»Hurra!« schrie der offenbar Verwundete laut und jauchzend – »Hurra – und wenn's jetzt ans Sterben gehen soll.«
»So schlimm wird's nicht werden, Kamerad. Wo sind Sie denn getroffen?«
»Ach, die Wunde thut's wohl nicht – ich hab' einen Schuß im rechten Bein, aber mein braves Thier, das sie mir zusammengeschossen haben, ist auf mich gestürzt … wenn ich nur erst darunter hervor wäre – aber …«
Er sank wieder erbleichend und bewußtlos zurück, Elise jedoch sprang empor und schaute einen Augenblick ratlos umher. Sie selbst war zu schwach, um hier helfen zu können, sie mußte Kameraden herbeirufen. So eilte sie über das Blutfeld. Da sah sie eine kleine Schar im Mondlicht herankommen, vielleicht eine Sanitätskolonne. Sie eilte darauf zu und erkannte Walther. Auch der hatte sie erblickt, und sein altes, ehrliches Gesicht glänzte vor Freude.
»Dem Himmel sei Dank, Schweizer, da sind Sie! Was hab' ich mir für Sorgen gemacht – –«
»O jetzt nichts von mir! Da drüben liegt einer, um den handelt sich's!«
»Wer ist's? – Jakob!«