Und führt uns, wär's auch durch den Tod,

Zu seiner Freiheit Morgenrot;

Dem Herrn allein die Ehre.

Als das Lied verklungen war, trat der Prediger Peters an den Altar. Schlicht und doch kraftvoll klangen seine Worte an Ohr und Herz der Hörer, wie er redete von der Not des Vaterlandes, und von der allgemeinen Begeisterung, die bis in die kleinste, fernste Hütte, bis in das letzte verlorene Herz hineinzittere, und wie er hinwies auf den gerechten Himmel, der die gerechte Sache nicht verlassen werde, und all den kampfesfrohen Gesichtern konnte man die innere Erregung ansehen.

Ganz vorn, hart vor dem Prediger, stand der Major von Lützow, und seine Fäuste waren um den Säbelgriff gepreßt, als ob er ihn zerdrücken wolle, und in seinem männlichen Antlitz, um seinen Mund zuckte es seltsam. Über all den Hunderten lag es wie eine heilige Weihe, aber manche Waffe ward an die Brust gehoben und heimlich und verstohlen ward manche Freundeshand gedrückt.

Die Stimme des Predigers aber wurde noch eindringlicher und ergreifender, als er sprach: »Und nun, ihr Männer und Jünglinge aus dem deutschen Volke, will ich euch angesichts des ewigen Gottes den Eid vorsprechen, den ihr geloben mögt hier in seinem Hause und vor seinem Altare, daß ihr siegen oder sterben wollt für die gerechte und heilige Sache des Vaterlands!«

Dann aber warf er sich, das Angesicht nach dem Kreuzbilde gewendet, auf seine Kniee nieder und betete inbrünstig:

»Du aber, Herr der Heerscharen, sei mit uns in dieser Stunde und in dieser ganzen großen Zeit! Erfülle die Herzen mit der Glut der Vaterlandsliebe, mache sie rein von allem Unrecht und aller Schuld, gieb unserem Volke starke und getreue, opferwillige und todesmutige Seelen, und sei mit unserem guten König und mit unseren Waffen. Amen! – Und nun sprechet mir nach!«

Er erhob sich von den Knieen und stand mit leuchtenden Augen da, hoch aufgerichtet, als ob der Geist des Höchsten ihn erfülle, die Offiziere aber hatten ihre Säbel gezogen, und wer nur konnte, drängte an sie heran und legte seine Finger auf die blitzenden Klingen, oder hob zum Schwur seine Rechte, und erschütternd klang es von all den Hunderten, die es dem Prediger nachsprachen:

»Wir schwören vor Gott dem Allmächtigen, daß wir bereit sind, für die Sache der Menschheit, des Vaterlandes, der Religion weder Gut noch Blut zu schonen, und daß wir dafür siegen oder sterben wollen. Wir schwören es, so wahr uns Gott helfe!« –