»Ist's nicht eine Schande« – sprach Zander – »daß die Burschen hier lärmend beim Pokulieren sitzen, indes das Vaterland jeden Arm brauchen kann? – Und dieser Bastian, statt ihnen ins Gewissen zu reden, läßt sich von ihnen unter den Tisch saufen – ich kann's nicht ansehen mehr!«
Er stand auf und ging auf den Tisch der Studenten zu. Als Bastian ihn kommen sah, hob er ihm sein Trinkgefäß entgegen: »Prosit, alter Kumpan!«
»Auf ein Wort, Bastian!« sagte der Andere ernst, und unmutig erhob sich der Angeredete und kam unsichern Schrittes auf ihn zu.
»Was soll's denn?« fragte er unwirsch. »Setz' dich lieber zu uns – 's ist nicht die schlechteste Gesellschaft!«
»Und ich wollte dir sagen: Setz' dich zu uns – da ist bessere Gesellschaft und da gehörst du hin, nicht unter diese glatten Bursche, die über Bacchus und Gambrinus das Vaterland vergessen.«
»Ach was! Halte mir jetzt keine Moralpauke! Die Burschen sind gut und – was die Hauptsache ist – lustig; dort bei dem Duckmäuser, dem Hähnchen, und bei Eurem Waldbären behagt mir's nicht …«
»Bastian!« rief Zander ernst und drohend.
»Na, bleibt Ihr, wo Ihr wollt, und laßt mich auch ungeschoren. Mir gefällt's just in diesem Kreise.«
Die Andern riefen, und er schwankte zu ihnen zurück und ließ sich wieder mit rohem Lachen nieder, Zander aber kehrte unmutig zu seinen Freunden zurück. Hier hatte Schmidt ein Blatt Papier aus seiner Brieftasche gezogen; er sagte:
»Laß mich einmal den Burschen ins Gewissen reden. Hier hab ich unsers Körners «Männer und Buben». – Helft mir nur Ruhe schaffen, dann soll's schon seine Wirkung thun.«