Auf deutscher Helden Moos.
Drum laß dich nicht zerspalten
Durch Feindes List und Spott.
Gott wird es wohl verwalten;
Er ist der Freiheit Gott!
Lützow war aufgestanden und an den Dichter herangetreten:
»Körner, Sie sind ein guter Engel für unser Korps; möge der Himmel Sie uns und dem Vaterlande erhalten!«
Er drückte dem Jüngling die Hand, dann ging er schweigend, seltsam bewegt, den Tschako tief in die Stirn pressend, von dannen, und auch die andern scharten sich um ihren Tyrtäus, um ihm den Dank für seinen »Trost« zu bekunden.
Am nächsten Morgen – es war der 15. Juni – ritten die Lützower von Plauen aus gegen Gera, und von da gegen Leipzig. Als man über das Schlachtfeld von Groß-Görschen kam, hoben sich die Reiter in ihren Sätteln und durch jede Brust ging ein seltsames Empfinden. Hier war vor kurzem erst blutig gestritten worden und hoffentlich nicht vergebens, nicht für einen faulen, traurigen Frieden. Der Hörnerklang war verstummt, in Schweigen ritten die Eskadronen zwischen den zahlreichen Gräbern hin, und da Körner etwas seitab von der Straße sich hielt, sank sein Pferd mit den Vorderfüßen in eines derselben ein. Ein eigentümlicher Schauer überrieselte ihn in diesem Augenblicke, und da er an Konrad heranritt, sprach er zu diesem:
»Freund – ich fürchte, wir haben heut' noch ein Unheil zu erwarten. Wir sind überall von Feinden umgeben, und mir will's ahnen, als ob es unehrliche Feinde wären!«