»Gott wird euch segnen! Pass auf, hab sie lieb … Vergiß nicht, daß sie sich dir zum Opfer bringt …«

Nun werde ich verheiratet. Während ich dies schreibe, stehen vor mir die Trauzeugen und treiben mich zur Eile an. Diese Menschen kennen meinen Charakter wirklich nicht! Ich bin ja jähzornig und kann für mich nicht einstehen! Hol der Teufel, ihr werdet sehen, was noch kommen wird! Einen jähzornigen Menschen zum Traualtar zu schleppen ist meiner Ansicht nach ebenso gescheit, wie die Hand zu einem rasenden Tiger in den Käfig zu stecken. Wir werden sehen, wir werden sehen, was noch kommen wird!


So bin ich verheiratet. Alle gratulieren mir, und Maschenjka schmiegt sich immer an mich und spricht:

»Begreife doch, daß du jetzt mein bist! Sag doch, daß du mich liebst! Sag!«

Dabei schwillt ihr die Nase.

Von den Trauzeugen erfuhr ich, daß der verwundete Offizier auf eine höchst geschickte Weise den Ehebanden entronnen ist. Er stellte dem bunten jungen Mädchen ein ärztliches Zeugnis bei, welches besagte, daß er infolge der Verwundung an der Schläfe geistig unnormal sei und daher laut Gesetz nicht heiraten dürfe. Eine Idee! Auch ich könnte so ein Zeugnis beistellen. Ein Onkel von mir war Quartalsäufer, ein anderer Onkel war auffallend zerstreut (einmal stülpte er sich statt einer Mütze einen Damenmuff über den Kopf), eine Tante spielte viel Klavier und zeigte bei Begegnungen mit Männern ihnen die Zunge. Zudem ist mein außerordentlich jähzorniger Charakter – ein höchst verdächtiges Symptom. Warum kommen aber die guten Ideen so spät? Ja, warum?


Eine problematische Natur