Es tritt in dem Gespräche eine Pause ein. Es reizt mich, den Studenten ein bißchen zu quälen, zur Strafe dafür, daß er das Bier und die Oper mehr liebt als die Wissenschaft, und ich sage mit einem Seufzer:

»Meiner Ansicht nach ist das Beste, was Sie jetzt tun können, ganz aus der medizinischen Fakultät auszutreten. Wenn es Ihnen bei Ihren Anlagen schlechterdings nicht gelingen will, das Examen zu bestehen, so haben Sie offenbar weder die Neigung noch den Beruf dazu, Arzt zu werden.«

Das Gesicht des Sanguinikers zieht sich in die Länge.

»Verzeihen Sie, Herr Professor,« erwidert er lächelnd, »aber das würde doch von meiner Seite wenigstens sehr sonderbar sein. Fünf Jahre zu studieren und dann auf einmal abzuspringen!«

»Nun ja, gewiß! Aber es ist doch besser, fünf Jahre zu verlieren, als nachher das ganze Leben lang eine Tätigkeit auszuüben, die man nicht liebt.«

Aber sogleich fängt er mir auch an leid zu tun, und ich beeile mich hinzuzufügen:

»Handeln Sie übrigens, wie es Ihnen gut scheint! Also arbeiten Sie noch ein bißchen, und kommen Sie dann wieder!«

»Wann?« fragt der Faulpelz in dumpfem Tone.

»Wann Sie wollen. Meinetwegen morgen.«

Und in seinen gutmütigen Augen lese ich den Gedanken: »Kommen könnte ich schon; aber du Racker würdest mich ja doch wieder durchfallen lassen!«