Nizam saß am Tisch, das schwarze Haar gelöst, die Augen voll Thränen.

Der Vater ging unruhig im Zimmer auf und ab.

Rückwärts am Ofen saß der ältere Bruder, der Besitzer des Hauses.

„Ich kenne das Muckervolk! Der Teufel hat mich hergeführt! Was kann denn das Mädel dafür?‟ polterte Henning. „Und der Winter vor der Thüre. Wo will ich denn hin?‟

„Betteln, Vater, auf der Straße frieren und hungern, nur bei diesen Menschen laß mich nicht bleiben. Ich hasse sie — ich — ich — bleibe nicht!‟

Nizam sprang auf wie eine gereizte Katze und warf das Haar zurück.

„Unsinn!‟ grollte der Vater. „Du bleibst wo ich bleibe. Sie meinen es auch nicht so. Die Götreks sind sonst brave Leute. Der Lars zum Beispiel, ich sah's ihm an, es that ihm leid, wie sein Bruder uns sozusagen die Thüre wies, ein guter Mensch, der Lars —‟

Nizam trocknete sich die Thränen mit dem Haar.

„Das ist wahr! Ich werde es ihm auch nicht vergessen, ich hab' ihn lieb, den Lars.‟

„Sei so gut,‟ Henning blieb vor ihr stehen; „das fehlte gerade noch, du und ein Halligmann!‟