Das hätte er auch nicht geglaubt: da heroben im Eismeer sollte er noch das Glück finden, dem er nachgejagt durch alle Zonen der Erde.
Der junge Mann am Hintersteuer, mit der braunen Wollmütze auf dem Blondhaar, war der eifrigste der Fischer, er verwendete keinen Blick von der Angel, versäumte keinen Wurf durch ein Gespräch mit seinen Nachbarn, automatisch vollzog sich jede Bewegung, sein Geist war offenbar nicht bei der Sache.
Ein weiblicher Kopf erschien in der Luke, dicht hinter ihm, welche in den Kajütenraum führte; das offenbar lockige dichte Schwarzhaar war aufgelöst von der Feuchte, welche alle Winkel durchdrang, und hing in Strähnen die braunen Wangen herab. Ein purpurnes Tuch umhüllte dicht die zierliche Gestalt. Die Farbe wirkte grell in dem öden Grau ringsum.
„Lars! Wie lange läßt du uns noch warten?‟ rief eine Stimme, deren metallener Klang alle Köpfe sich wenden ließ.
Der junge Mann sprang auf, noch einen Fisch auf das Deck schleudernd. „Hundertundzwanzig!‟ zählte er. „Jetzt komme ich, Nizam, — ganz heiß ist mir geworden.‟
„Hu, und mir gefriert das Blut in den Adern. Nimmt es denn noch nicht bald ein Ende?‟
„Ein Ende? Du bist gut! Wenn es doch ein Jahr kein Ende nähme, — zwei Jahre — hei, das gäbe ein Geld, sechshundertmal einhundertundzwanzig — ein Schloß gäbe es, Nizam, wie wir uns oft ausgemalt im Turm zu P.....‟
„Was hilft mir ein Schloß, wenn ich erfroren bin.‟
„Erfrieren, du?‟ Der junge Mann sprang in die Luke und drückte das Weib an seine breite Brust. „Wie kannst du denn da erfrieren? Ist's da nicht schön warm, bei deinem Lars —‟
Nizam lachte, daß die weißen Zähne blitzten. „Da schon, — da — aber wie oft bin ich denn da — den ganzen Tag nicht —‟