Ein eisiger Wind fegte ihm entgegen, klatschend fiel der Regen auf die im Leeren rings zerfließenden grauen Gestalten — die Fischer in Reih' und Glied; und als er sich die Augen ausrieb, erblickte er, scheinbar dicht vor dem Schiffe, dunkle, riesige Umrisse — der „Halland‟ lag in einer Bucht der Far-Öl-Boro vor Anker.
Von der offenen See drang ein dumpfes Rollen, sogenannte Katzenpfoten liefen über die grünen Wasser und ließen fahle Lichter darin spielen, deren Herkunft man sich nicht enträtseln konnte; gegen die schemenhafte Felsmasse der Küste rückte schweres, tiefhängendes Gewölk durch die aschfahle Nacht.
Lars wollte mechanisch zur Angel greifen, — der Kapitän hatte heute ein anderes Geschäft für ihn. Ein Boot wurde eben freigemacht. Plätze für die Legangelleinen sollten der Küste entlang gesucht werden. Lars war zur Bemannung bestimmt. Er war dem Kapitän dankbar für die Wahl. Das Stillsitzen wäre ihm heute schwer gefallen. So war er der erste im Boote. Der vierte ließ auf sich warten; da kam Henning auf das Deck.
„Laßt mich mit, Kapitän! Habt mir den Schlaf vertrieben mit Eurem Gerede gestern.‟
Hanson lachte. „Wenn Ihr wollt, — Euer Kind ist in guter Hut —‟
Henning sprang in das Boot.
Lars hatte eine unangenehme Empfindung, es war ihm, als müsse er zurück zu Nizam, — da ertönte schon der Befehl zur Abfahrt; Henning stemmte das Ruder gegen die Schiffswand. Lars sah noch das rote Gesicht des Kapitäns sich über die Reling beugen.
Die Gestalt wuchs riesengroß im Nebel, mit ihr das Schiff, ein spöttisches Lachen wie aus weiter Ferne, — die „Halland‟ war verschwunden, das Boot trieb ins Leere.
Lars legte sich mit aller Kraft in die Ruder, da denkt man wenigstens nicht.