Ein schmerzhafter Schlag gegen die Stirn weckte Nizam. Sie hatte sich an den gewölbten Deckbalken gestoßen, der in diesem Augenblicke fast senkrecht stand. Sie selbst lag mit dem Gesicht gegen die runde Luke, durch die ein verdächtiges Brausen und Gurgeln an ihr Ohr drang. Ein stoßweises Zerren und Reißen ging durch den ganzen Schiffskörper. Zu Häupten war die Hölle los, Fässer rollten, Ketten rasselten, geller Zuruf erscholl.

Nizam war geschmeidig wie ein Aal; rasch war sie in den Kleidern, sogar das wirre Haar vergaß sie nicht aufzubinden, dann rasch die eiserne Treppe hinauf und den Kopf herausgesteckt. — Puh, eine Sturzwelle überschüttete sie, — ringsum nichts als Gischt und Schaum, und der Sturm trommelte in den gerefften Segeln.

„Lars! Gieb doch Antwort, Lars!‟

Da stand der Kapitän vor ihr, der rote Bart triefte von der salzigen Flut, aus dem wetterharten, derben Antlitz sprach nichts weniger wie Unbehagen.

„Lars ist verreist, Madame.‟ Er ließ ein wieherndes Lachen vernehmen, doch Nizam that nicht mit.

„Wo ist Lars?‟ sagte sie in einem Tone, der auch Hanson den Spaß nicht fortsetzen ließ.

„Nur Geduld, Frauchen! Mit dem Vater ist er fort, die Küste ausspekulieren. Wird wohl wo unterkriechen bei dem Hundewetter.‟

„Mit dem Vater? Und beide haben Sie fortgeschickt?‟ Nizam stieg jetzt völlig aus der Luke heraus, ihre dunklen Augen ruhten drohend auf ihm.

„Ich, fortgeschickt?‟ Hanson machte eine ärgerliche Bewegung. „Vier Mann, darunter war Lars, sehr einfach. Der Henning trat freiwillig ein für den vierten Mann. Das Wetter war völlig ruhig. Ich fortgeschickt — beide! Wie sich das anhört!‟