Scheu, kopfschüttelnd entfernte man sich, sich bekreuzigend, am Ende war man froh, sie los zu sein. Eine Frau steckte heimlich die weißen Federn ein, die am Boden lagen, wer weiß, für was sie gut waren.
Der Name Götrek wurde nicht mehr genannt auf der Insel. Die Werft lag leer, bis das Meer sich in einer Sturmnacht ihrer erbarmte und sie dem Boden gleich machte.
Nach vielen Jahren kam eines Tages ein großer blondbärtiger Mann nach P....., ein Seemann seinem ganzen Äußeren nach. Sein erster Gang war auf den Kirchhof. Dort fragte er den Küster nach dem Grabe des früheren Leuchtturmwächters Knut Götrek, — der wies ihm ein verwuchertes Grab in einer entlegenen Ecke. Kein Kreuz, kein Stein machte es kenntlich.
Der Küster meinte: „Es ging nicht mit rechten Dingen zu bei dem Tode dieses Mannes, von Rechts wegen gehört er überhaupt nicht in geweihte Erde.‟
Daraufhin nahm der Fremde einen Bankschein aus einer Ledertasche und drückte ihn dem sprachlosen Küster in die Hand. „Geben Sie das dem Pastor, er soll dafür sofort auf dieses Grab einen würdigen Denkstein setzen lassen; binnen Jahresfrist werde ich nachsehen, ob das geschehen ist. Mein Name ist Götrek. Vergessen Sie das nicht dem Pastor zu sagen.‟
Dem Küster entfielen die Kirchenschlüssel, die er in der Hand hatte; vor Entsetzen sprachlos, mit offenem Munde blickte er dem Fremden nach.
Der Stein wurde gewissenhaft gesetzt. Die Inschrift lautete: „Hier ruht Knut Götrek, Wächter des Leuchtturms auf P....., verunglückt in der Sturmnacht vom 14. zum 15. Mai 183 .‟
Man erinnerte sich von neuem des seltsamen Falles. Die meisten schämten sich im Lichte einer aufgeklärten Zeit ihrer einstigen Thorheit, einige aber schüttelten doch bedenklich die Köpfe über den seltsamen Fremden und fühlten sich nur in ihrer abergläubischen Anschauung bestärkt: der Fremde war niemand anders, als Knut Götrek selbst, der sich sein Grabmal bestellt, — der Buhle der Hexe von Norderoog.