Stammbaum der hipui bei den Mahakam Kajan.

Bo Kwing Irang (Singa Mĕlön)—Bo Uniang (Gattin von Lalau Anjè) Bo Kwing (Mann) Bo Tukau (Frau) Ding Tukau Bang Lawing (Nachfolger von Kwing Irang und Gatte von zwei panjin der Kajan) ein Sohn Lirung (Gattin des Malaien Utas) Bang Uniang (Gattin von Tĕkwan, hipui der Ma-Suling) Lasa Dja-Ang Owat (Gatte von Bo Edo) Uniang (Gattin von Bo Ibau in Long Tĕpai) Adjang Ibau zwei Töchter Kwing Irang Bang Awan (Sohn einer panjin der Kajan) Hang (Sohn von Uniang Anja, einer hipui der Long-Glat) Perèn (Sohn einer hipui der Pnihing) Li (Sohn eines panjin der Long-Glat, Gatte von Ero, hipui der Ma-Suling) Lĕdju (Häuptling der Ma-Suling in Napo Liu) Ibau Bulan (Gattin des Lĕdju Adjang) Lalau (Gatte einer hipui in Long Mĕdang) Tuka (gestorben in Tengaron) Ding (zu den Kajan geflohen) Edo (Gattin eines Malaien in Uma Mĕhak)

Auf die inneren Angelegenheiten eines Mahakamstammes hat niemand anders als die Glieder des Stammes selbst Einfluss. In dieser Beziehung wird die Autonomie des Stammes streng gewahrt. Einem Europäer, der an andere Verhältnisse gewöhnt ist, erscheint es auffallend, dass so kleine Stämme so gänzlich unabhängig voneinander und mit so wenig Verbindung untereinander am gleichen Flusse leben können.

Der gegenseitige Verkehr findet in der Tat nur durch einzelne Männer, die an Handelsreisen gewöhnt sind, statt. Nach der allgemeinen Sitte kehren diese Händler in den meisten Niederlassungen, an denen sie vorüberfahren, ein, um Neues zu hören oder mitzuteilen.

Junger Mann der Kajan am oberen Mahakam.

Frauen begeben sich zu fremden Stämmen nur, um Familienangehörige zu besuchen, und auch dies geschieht selten. So besuchen sich die Frauen der verschiedenen Niederlassungen der Long-Glat. Gleichwie viele 20 jährige Frauen der Mendalam Kajan noch nie in dem nur 3 Stunden entfernten Putus Sibau gewesen waren, kannten die meisten Frauen der Mahakam Kajan nur ihre eigene Niederlassung.

Während meines Aufenthaltes im Jahre 1899 ging Hiāng, die angesehenste von Kwing Irangs Frauen, mit ihrer Pflegetochter Kĕhad zum ersten Mal in ihrem Leben zum Stamm der Ma-Suling mit; dabei war sie bereits 50 Jahre alt. Da beide nur Kajan zu sprechen wagten, konnten sie sich nur mit Mühe mit den Frauen der Ma-Suling verständigen, die ein einigermassen verändertes Busang sprachen. Es dauerte zwei Tage, bis Kĕhad mit ihrer Nichte Bulan in ihrem mangelhaften Busang zu sprechen wagte. Um noch weiter, zu den Long-Glat nach Long Tĕpai, mitzufahren, fehlte ihnen der Mut. Ebenso verhielt es sich mit den anderen Frauen.

Derartige Verhältnisse führen die Stämme in hohem Masse zum Konservatismus und erwecken in ihnen die Neigung, sich in der ihnen eigenen Richtung weiter zu entwickeln, mit dem Resultat, dass unter allen diesen kleinen Menschengruppen, die aus derselben Umgebung abstammen, eine besondere Sprache und viele besondere Sitten hervorgegangen sind. Misstrauen, Eifersucht und Zwistigkeiten aller Art halten diese Stämme gleich stark von einander entfernt als dies anderswo bei Leuten geschieht, deren Verkehr durch Berge, Wasserfälle oder Wüsteneien verhindert wird.