Herd in der Wohnung eines Freien.

Bei einigen dieser Stämme, wie den Ma-Suling, werden auch noch einige andere Gegenstände aus Lehm gebrannt, z.B. beim Anfang der Ernte grosse viereckige Schüsseln, in denen der halbreife Reis über dem Feuer getrocknet wird, um ihn dann später durch Stampfen entspelzen zu können. Ob dieser Brauch zum Kultus gerechnet werden muss, weiss ich nicht, soviel ist aber sicher, dass andere Stämme für dieses Reistrocknen grosse eiserne Pfannen benützen.

Unter den Kĕnja von Apu Kajan ist, wie gesagt, die Töpferei noch in vollem Schwange; sie wird dort vor allem beim Stamm der Ma-Kulit eifrig betrieben, der diese Töpfe als Tauschartikel auf Handelsreisen mitnimmt. Die Töpfe werden für den Transport zu je 6–8 aufeinander gestülpt und diese Reihen dann durch parallel gelegte Holz- oder Bambusstöcke und Rotang zu einem Packen verbunden.

Bei allen diesen Stämmen wird die Töpferei von Frauen betrieben. Sie gebrauchen hierzu eine besondere Lehmart, die nur an einigen Orten am Mahakam und Kajan zu finden ist. Der Lehm wird in der Sonne gut getrocknet, im Reisblock feingestampft und dann durch Sieben von kleinen Steinen und anderen groben Bestandteilen gesäubert. Dann feuchten ihn die Frauen an und mengen ihn mit Reisspelzen, um seine Festigkeit zu erhöhen. Aus dieser Masse formen sie mit der Hand, indem sie den Lehm um einen runden Stein von der gewünschten Grösse pressen, die Töpfe, die sie dann in die Sonne zum Trocknen stellen. Zur Bearbeitung der Aussenseite dient ein mit Schnitzfiguren versehenes Brettchen (Fig. 19 [Taf. 51]); die Töpfe sind daher von aussen nicht glatt, sondern mit einfachen Figuren verziert, wie an allen auf der gleichen Tafel abgebildeten Exemplaren deutlich zu sehen ist (Fig. 12–18). Das Härten der in der Sonne getrockneten Töpfe geschieht mittelst Harzpulver, mit dem in sehr dicker Schicht die innere und äussere Oberfläche überzogen wird. Werden nun die Töpfe einem starken Feuer ausgesetzt, so verbrennt ein Teil des Harzpulvers und dient zur Härtung der Oberfläche, während der schmelzende Teil des Harzes in die poröse Lehmmasse eindringt und so die Dauerhaftigkeit des Gefässes bedeutend erhöht. In derartigen Töpfen lassen sich sehr gut Reis u.a. Speisen kochen, aber wenn sie zu lange im Wasser liegen, fallen sie meistens auseinander oder werden rissig. Die Kĕnja gebrauchen diese Töpfe nur aus Mangel an etwas Besserem; sobald sie sich eiserne Gefässe verschaffen können, ziehen sie diese begreiflicher Weise vor.

Auch grössere Töpfe als die in Fig. 18 abgebildeten werden in Apu Kajan gebrannt. Zwischen den Töpfen, die ich noch am Mahakam auftreiben konnte, und denen vom Kajan herrscht ein grosser Unterschied, der sich auch an den auf [Tafel 51] abgebildeten Exemplaren feststellen lässt. Bei ersteren (Fig. 12–15) ist die Form runder und die Wand viel dicker als bei letzteren (Fig. 16–18). Im allgemeinen sind die Töpfe der Mahakambewohner roher und unregelmässiger bearbeitet als die der Kĕnja; doch kann es sehr wohl sein, dass die letzten Produkte einer aussterbenden Industrie allmählich schlechter geworden sind und dass auch die Bahau ursprünglich bessere irdene Waren geliefert haben.

Die am Mahakam zum Trocknen des Reises verfertigten Schüsseln sind etwa 3 × 5 dm gross; eine derselben ist auf dem Herd von [Taf. 56] zu sehen. Man stellt sie auf die gleiche Weise wie die Töpfe her, doch werden sie nur in der Sonne getrocknet und nicht, oder nur mangelhaft, von aussen mit etwas Harzpulver gehärtet. Sie vertragen natürlich kein Wasser und werden daher ausschliesslich zum Trocknen von unreifem Reis benützt, auch stellt man sie bei jeder Ernte von neuem her. Gleichzeitig werden auch noch einige andere einfache Gegenstände aus Lehm gebrannt, vor allem die langen schmalen Unterlagen, auf welchen diese Schüsseln über dem Feuer ruhen. Auf dem erwähnten Herde sind zwei dieser Unterlagen zu sehen, ferner noch andere, mehr pyramidenförmige Unterlagen für gewöhnliche Kochtöpfe, von denen 3 links vom Herde stehen.

Der Fackelhalter rechts im Vordergrunde, mit der Vertiefung in der Mitte für den Stiel der Harzfackel, ist ebenfalls ein Produkt der Töpferkunst.


Der Bau von Böten gehört in einem Lande, wie das der Bahau, in welchem der Verkehr zwischen den verschiedenen Siedelungen und der Transport zu und von den Feldern beinahe ausnahmslos auf den Flüssen stattfindet, zu den wichtigsten Arbeiten der Bevölkerung. Neben der Sorge für Nahrung, Obdach und Kleidung nimmt die Herstellung von Booten in der Tat einen grossen Teil ihrer verfügbaren Arbeitskraft in Beschlag. Jede Familie sucht, sei es auch unter Beistand der paladow (Mithelfer), die erforderlichen Fahrzeuge selbst zu bauen. Aber nicht jeder Mann ist in gleichem Masse imstande, einen passenden Baum auszusuchen, ihn zu bearbeiten, im Feuer auszulegen u.s.w.; jeder Stamm besitzt daher 1–2 anerkannte Autoritäten auf diesem Gebiet, denen, sobald es sich um den Bau sehr grosser Boote handelt, die Leitung desselben übertragen wird. So grosse Fahrzeuge bauen jedoch meistens nur die Häuptlinge, weil diese am ehesten die Beköstigung ihrer Hilfskräfte bestreiten können und sie überdies auf eine Unterstützung seitens ihrer männlichen Stammgenossen ein Anrecht haben.