Willst Du verdammt sein? Werde Soldat!
An mein liebes Söhnchen Francesco Antonio.
Mein heißgeliebter Junge!
Für Dich allein schreibe ich diese schmerzensreichen Abenteuer meines Lebens, das durch vierzehn lange Jahre eines furchtbaren Geschickes und durch heftige Schmerzen und Unglücksfälle zerrissen ist. In diesen Zeilen, die von meiner heißen Liebe zu Dir diktiert sind, findest Du die traurigen Wechselfälle des menschlichen Lebens und die raschen Wandlungen dieser schmutzigen, unsauberen, bösen Welt.
Mögen Dir diese Denkwürdigkeiten als Schule auf dem schlüpfrigen Pfade in der Welt dienen, als Warnung vor der heuchlerischen Gesellschaft, als Führer in den Banden der Freundschaft, als Zügel in den maßlosen Leidenschaften, als Beruhigung im Unglück, als Ermutigung und Unterwerfung in die Schicksalsschläge des Lebens.
Du wirst diese meine Briefe durchlesen, Du wirst, mein geliebter Sohn, das Ergebnis meiner Leiden betrachten und mit einem Herzen voll kindlicher Liebe wirst Du den beklagen, der Dir das Leben gab, der Dich Jahre hindurch in seinen Armen trug, der Dir soviel Küsse gab, wie Sterne am Himmel stehen, und der mit überströmender Liebe Deine ersten Schritte lenkte, denn Du allein warst der kostbare Edelstein meiner im Unglück verbitterten Seele.
Um Dich habe ich manche lange und kalte Winternacht durchwacht und hier, in diesen väterlichen Armen, habe ich Dich ganze Nächte lang gewiegt; ich spürte keinen Frost; der Schlaf floh meine Augen und nimmer müde, nimmer überdrüssig, habe ich Dich gewiegt. Ja, mein geliebter Sohn, ich war glücklich, Dich an meine Brust zu drücken, in der Stille der Nacht, wenn draußen der kalte, eisige Wind raste und an unserem Fenster rüttelte, dann war ich glücklich und zufrieden und sang Dich in den Schlaf.[39]
Parghelia, den 20. Juni 1888.
Dein zärtlicher Vater
Antonino M…